Fürth am abgrund: chancenwucher und junges ausnahmetalent entscheiden das spiel!

Berlin – SpVgg Greuther Fürth steht vor dem wohl schwersten Moment der jüngeren Vereinsgeschichte. Die Franken, die am vorletzten Spieltag in Berlin gegen Hertha BSC eine bittere 1:2 Niederlage einstecken mussten, rutschen damit immer tiefer in die Krise und sehen der 3. Liga bedrohlich nahe. Ein katastrophales Auftreten in entscheidenden Phasen und eine verpasste Chance nach der anderen lassen die Fans nun bangen um den Klassenerhalt.

Eichhorns blitz sorgt für gesprächsstoff

Eichhorns blitz sorgt für gesprächsstoff

Die Partie im Olympiastadion verlief zunächst wie ein Spiegelbild der jeweiligen Situation beider Teams. Hertha, dem der Bundesliga-Aufstieg bereits abhanden gekommen ist, kontrollierte das Spielgeschehen, während Fürth versuchte, kompakt zu stehen und auf Konter zu setzen. Doch die Fürther Offensive wirkte harmlos, einzig Noel Futkeu ließ mit einem Pfostenschuss sehen, was möglich gewesen wäre. Dann kam der Schock: Kennet Eichhorn, gerade erst 16 Jahre alt, ließ die Fürther Abwehr alt aussehen und traf zur Führung für die Hauptstädter (55.). Ein Tor, das nicht nur sportlich, sondern auch historisch für Aufsehen sorgte – Eichhorn ist der jüngste Zweitligatorschütze aller Zeiten.

Die Freude der Berliner währte jedoch nur kurz. Fürth erhöhte den Druck, doch es fehlte die nötige Konsequenz vor dem Tor. Michael Cuisance machte den Sieg mit einem weiteren Treffer für Hertha perfekt (84.), bevor Futkeus Anschlusstreffer (88.) zu spät kam, um das Blatt zu wenden.

Die rote Karte gegen Josip Brekalo (32.) für eine Notbremse, die Felix Klaus zu Fall brachte, hätte für Fürth eine Wende bedeuten können. Stattdessen nutzte Hertha die Überzahl, um das Spiel zu kontrollieren. Die vergebenen Chancen durch Klaus und Higl in der zweiten Halbzeit sprechen eine deutliche Sprache: Fürth war an diesem Tag einfach nicht effektiv.

Mit 34 Punkten steht Fürth vor dem letzten Spiel gegen Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsrang 16. Die Düsseldorfer, die gegen Elversberg einen wichtigen Sieg errangen, haben zwei Punkte mehr. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Verein erstmals seit der Regionalliga-Zeit 1996/97 wieder in der Drittklassigkeit kicken muss, ist alarmierend hoch.

Für Hertha war es der erste Sieg nach einer Serie von vier sieglosen Spielen – ein Teurerfolg, der aber wenig an der bereits feststehenden Saison ändert. Die Frage, ob Heidenheim noch ein Wunder vollbringen kann, bleibt offen, doch Fürth muss sich selbst helfen und am Sonntag in Düsseldorf unbedingt gewinnen.