K2-teams retten deutschen kanu-weltcup-auftakt nach vierer-panne

Sie schlugen zweimal zu, als der Druck am größten war. Jacob Schopf und Max Lemke, Olympiasieger von Paris, legten im ungarischen Szeged einen Start-Ziel-Sieg hin – und gaben dem Deutschen Kanu-Verband genau die Munition, die er brauchte, um die verkorkste Vorstellung des Kajak-Vierers zu vergessen.

Gold für die herren, gold für die damen – ein doppelschlag mit signalwirkung

Paulina Paszek und Pauline Jagsch komplettierten den Sonntag mit dem zweiten deutschen Erfolg im K2 über 500 m. Beide Boote blieben unter der 1:30-Minuten-Marke, ein Wert, der im Frühjahr selten steht. Bundestrainer Arndt Hanisch atmete auf: „Nach dem fünften Platz des Vierers war das ein Schluck kühles Wasser in der Wüste.“ Die Niederlage des Olympia-Champion-Quartetts hatte für Stirnrunzeln gesorgt – nur 0,34 Sekunden fehlten zur Bronzemedaille.

Die Taktik der Trainerstäbe war klar: Risiko reduzieren, dafür Speed erhöhen. Schopf und Lemke fuhren ein 38,8 km/h-Schnitt auf der ersten 250-m-Boje, ließen danach aber nicht nach. „Wir haben gelernt, dass man im Zweier keine Sekunde verschenken darf“, sagte Lemke, während Paszek den Sieg mit einem Satz kommentierte: „Wir wollten beweisen, dass Paris kein Zufall war.“

Der vierer bleibt im fokus – änderungen schon in brandenburg?

Der vierer bleibt im fokus – änderungen schon in brandenburg?

Hinter den Kulissen wird bereits über personelle Veränderungen spekuliert. Hanisch schloss ein Umrühren des K4-Teams nicht aus: „Wir testen bis zur WM alles, was sich bewegt.“ Der nächste Weltcup startet bereits am Donnerstag in Brandenburg an der Havel – und die Konkurrenz schläft nicht. Ungarn setzte in Szeged ein A-Team ohne Erfahrungswert, holte aber Silber – ein Warnschuss an die deutsche Staffel.

Der DKV reist mit breiter Brust an die Havel: vier Podestplätze, zwei Siege, ein verpasstes Edelmetall. Die Bilanz klingt ausgeglichen, doch die Zahlen lügen nicht: Beide K2-Boote blieben in dieser Saison ungeschlagen. Wer jetzt noch an Zufall glaubt, hat das Rennen nicht verstanden.