Barça kann titel im clásico fixieren – real stolpert über interne schlägerei
Am Sonntagabend droht Real Madrid eine Doppelface: Erst flogen im Kabinengang die Fäuste, nun soll der Erzrivale ausgerechnet im Bernabéu die Meisterschaft feiern. Barcelona benötigt zum vorzeitigen Liga-Sieg nur einen Punkt – und es wäre die erste Krönung im Clásico seit 124 Jahren.
Hansi Flick kann Geschichte schreiben. Zweimal hintereinander spanischer Meister zu werden, gelang zuletzt keinem deutschen Trainer. „Wir wollen den Titel holen, egal wo, aber im Bernabéu schmeckt er besser“, sagte der 60-Jährige nach dem 4:0 gegen Real Sociedad. Sein Team hat 91 Punkte, die Königlichen hinken bei noch drei ausstehenden Spielen mit 79 dahinter.
Valverde fliegt nach schlägerei aus dem kader
Während Barça die Schampus-Kisten schon kühlt, rätselt Madrid über ein Kabinen-Knallerspektakel. Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni lieferten sich nach Informationen von Sport1 zwei handfeste Auseinandersetzungen. Beim zweiten Gerangel stürzte Valverde, zog sich eine Platzwunde am Hinterkopf und ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma zu. Er fällt für das Clásico aus, wurde zudem mit einer Geldstrafe von 500.000 Euro belegt. Gleiches gilt für Tchouaméni, der den Streit laut Vereinsmitteilung „bedauert“.
Trainer Carlo Ancelotti muss nun auf eine zentrale Antriebsmaschine verzichten – ein Debakel, das die ohnehin angeschlagene Stimmung weiter anfrisst. Seit fünf Pflichtspielen wartet Real auf einen Sieg, die Titelfront ist leer. „Wir spielen für unsere Ehre“, sagte Ancelotti, doch die Worte klangen nach Floskel statt nach Glaubwürdigkeit.

Barcelona jagt historische premiere
Die Statistik brennt: In 263 offiziellen Clásicos gelang es Barça nie, mit einem Sieg beim Rivalen die Meisterschaft einzutüten. 1932 schaffte das Real – damals noch im alten Chamartín – gegen den Katalanen. „Wir wollen dieses Mal die eine Seite der Geschichte sein“, erklärte Raphinha. Der Brasilianer traf in den letzten drei Spielen viermal und bildet mit Lamine Yamal eine Flügel-Attacke, die Madrids Abwehr in Tripp-Gefahr bringt.
Die Marschroute ist klar: Ein Unentschieden reicht, doch Barça will gewinnen. Das Team erzielte in den letzten acht Partien 25 Tore, kassierte nur zwei. „Wir spielen nicht für das Remis, wir spielen für die Krönung“, sagte Kapitän Marc-André ter Stegen, der seinen zweiten Liga-Titel als Nummer eins anpeilt.
Real könnte also nicht nur den Lokalrivalen vor eigenem Publikum jubeln sehen, sondern auch in die ewige Rangliste der Peinlichkeiten eingehen. Die Quadratur des Kreises: Wenn Barça siegt, wäre es gleichzeitig Madrids höchste Heimpleite gegen die Blaugrana seit 2015. Die Königlichen müssten zuschauen, wie die Gäste sich im Mittelkreis die rote und blütenweiße Schampus-Fontäne gegenseitig über die Trikots gießen.
Die Uhr tickt. 21 Uhr, Estadio Santiago Bernabéu. Entweder Real rettet das letzte Stück Stolz – oder Barcelona schreibt Geschichte. Für Hansi Flick wäre es der perfekte Abschluss eines fast perfekten Jahres, für Carlo Ancelotti möglicherweise das vorletzte Kapitel eines schwankenden Zyklus. Die Liga wartet auf ihren neuen, oder besser: auf ihren alten Meister – nur diesmal mit katalanischem Handschlag in der Hauptstadt.
