Fuchs-meisterschale war nie weg – lag nur im eigenen keller

Die Meisterschale der Füchse Berlin war nie eingeschmolzen, nie im Silberbarren versenkt – sie stand die ganze Zeit hinter einem Stapel Kartons im eigenen Keller. Ein Mitarbeiter stolperte bei der Inventur über das verschwundene Original, das seit November 2025 als gestohlen galt.

Die unfassbare versteck-idee der „meisterdiebe“

Bob Hanning, Geschäftsführer des Bundesligisten, nennt die Täter weiterhin „Meisterdiebe“, doch ihre Strategie wirkt nun mehr nach verhängnisvollem Aktionismus als nach krimineller Meisterleistung. Die beiden festgenommenen Verdächtigen hatten offenbar Insiderwissen: Sie wussten, dass die Trophäe am Gendarmenmarkt auf Volker Zerbes Schreibtisch wartete, um graviert zu werden. Statt sie sofort abzutransportieren, schleppten sie den 3,5-Kilo-Silberkoffer in den Kellerraum – und vergaßen ihn offenbar im Chaos der Flucht.

Die Polizei fand Wochen später bei Hausdurchsuchungen einen Schmelzofen und einen Silberbarren, deshalb nahm man lange an, die Schale sei liquidiert. Hanning schon bereit, den „Klumpen“ als Mahnmal zu kaufen. 400 Euro Materialwert – ein Schneeball im Sommer verglichen mit dem emotionalen Wert, den die Trophäe für die Füchse-Familie besitzt.

Neue schale bestellt – und wieder storniert

Neue schale bestellt – und wieder storniert

Liga-Chef Frank Bohmann hatte bereits Ersatz in Auftrag gegeben, doch dieser Auftrag ist jetzt Makulatur. Die Original-Schale bleibt vorerst bei der Berliner Polizei, bis die Ermittlungen gegen die beiden in U-Haft sitzenden Verdächtigen abgeschlossen sind. Hanning klingt erleichtert und leicht verlegen: „Ich habe ein weinendes und lachendes Auge.“ Die emotionale Achterbahnfahrt endet mit einem Happy End, das keiner erwartet hatte – und mit einem Ehrenplatz, der noch wartet.