Frick krönt sich zum schweizer könig: die ewige liga lügt nicht

Der Wechsel von Lausanne nach Davos war ein Schachzug, den Lukas Frick selbst nicht besser hätte skizzieren können. Mit 32 Assists, nur vier Gegentoren in der Defensive und einem Selbstvertrauen, das selbst die Bande zum Knirschen bringt, schreibt der 26-Jährige die beste Verteidiger-Story der Saison – und läste die Stürmer alt aussehen.

Warum frick die rangliste dominiert

Statistiker lieben saubere Zahlen, Trainer lieben saubere Arbeit. Frick liefert beides. 51 Spiele, 36 Punkte, Plus-18. Mehr braucht es nicht, um in der Schweizer Lizenz-Wertung die Nase vor Luca Fazzinis 47 Punkten zu behalten. Denn hinter den Kulissen zählt noch etwas anderes: die Minuten, in denen er den Gegner aussperrt, bevor der Torhüter überhaupt friert. Davos’ beste Defensive trägt seine Handschrift – und kein Einziger der Nominierten kommt an seiner Kombination aus Powerplay-Steuerung und Boxplay-Fels sein.

Die Konkurrenz? Theo Rochette schoss sich mit 22 Toren in Lausanne in die WM-Diskussion, bleibt aber ein reiner Offensivbolzen. Denis Malgin und Sven Andrighetto liefern sich ein Ping-Pong mit 41 Punkten, doch ihre Kür heißt Zürcher Powerplay, nicht Ganzfeld-Balance. Reto Berra mag mit 92 % Fangquote glänzen – doch selbst fünf Shutouts reichen für einen Goalie nie oben, wenn ein Verteidiger die komplette Drehbühne beherrscht.

Die versteckten verlierer des rankings

Die versteckten verlierer des rankings

Enzo Corvi hätte wohl Top-Three gespielt, wäre er nicht 15 Mal in der Kabine geblieben. 34 Punkte in 37 Spielen klingen nach Spitzenwert, klingt aber auch nach Verletzungspech. Bei Hofmann in Zug sieht’s ähnlich aus: 16 Tore, kein einziger in Überzahl – das ist die Statistik eines Sniper, der plötzlich nur noch 5-a-5 trifft. Dahinter steckt ein Systemwechsel, der ihn aus der ersten Powerplay-Welle verbannte. Kleinigkeit? Für die Rangliste der besten Schweizer ein K.o.

Und was ist mit dem «Ehrenvollen» Fabio Hofer? 20 Punkte als Energiefeldspieler, dennoch nur Erwähnung. Die Botschaft ist klar: Punkte allein kaufen keinen Platz, wenn neben dir ein Verteidiger wie Frick die halbe Zone umpflügt.

Was die playoffs verändern können

Was die playoffs verändern können

Die Liste ist ein Schnappschuss – kein Testament. Fricks Davos trifft in Runde eins auf einen Gegner, der in der Saisonserie 1:5 blickte. Sollte er dort weitermachen wie bisher, dürfte die Diskussion um die Weltmeisterschaftslizenz neu entflammen. Denn Bundestrainer Fischer liebt zu Recht Spieler, die in kritischen Minuten nicht den Hosenboden zusammenkneifen. Frick beweist seit Wochen, dass er diese Minuten liebt. Die Konkurrenz schaut – und muss sich warm anziehen.

Die Liga schreibt Geschichten, die Statistiken fassen sie zusammen. Doch am Ende steht ein Name, der diesmal sogar die Stürmer alt aussehen lässt: Lukas Frick, König der Schweizer Lizenz – und vielleicht bald auch der Playoffs.