Fribourg-gottéron ohne sörensen, nicolet kämpft: drachen starten als favorit ins viertelfinale

Marcus Sörensen bleibt der schmerzhafte Dauerbrenner, Kevin Nicolet liefert das erste Aufatmen: Die Dragons von Fribourg-Gottéron müssen auch im Playoff-Viertelfinale auf ihren schwedischen Topscorer verzichten, während der 23-jährige Stürmer nach seinem Schreckmoment zumindest wieder mit der Mannschaft trainierte. Die Serie beginnt am Freitag – Gegner wird entweder Rapperswil-Jona oder der EV Zug.

Sörensen weiter auf der liste der verletzten

Seit Anfang Januar hat der Schwede kein Eis mehr berührt. Eine Adduktorenverletzung, die einfach nicht heilen will. Die Medical Staff spricht von „komplexen Faserveränderungen“, intern heißt es nur: „Marcus fehlt uns täglich.“ Ohne ihn sackte die Offensive in der Rückrunde 18 Prozent weniger Tore, die Powerplay-Quote brach um fast ein Viertel ein. Trainer Christian Dubé kann sich aktuell nur auf Videos und ein paar leise Hoffnung stützen – ein Comeback in dieser Serie gilt als ausgeschlossen.

Die Liga selbst bucht Gottéron trotzdem als Titelfavorit. Zweiter Platz in der Regular Season, 106 Punkte, das beste Torverhältnis seit zehn Jahren. Doch in der Kabine wissen sie: Gegen Zug oder Rapperswil wird das Tempo noch einmal schneller, die Lücken nochmal kleiner. Genau da fehlt ein Sörensen, der in der Vorjahres-Playoff-Runde noch fünf Scorerpunkte in vier Spielen sammelte.

Nicolet macht den ersten schritt

Nicolet macht den ersten schritt

Kevin Nicolet dagegen spürte wieder das kalte Eis unter den Kufen. Dienstag, 10:15 Uhr, Training in der BCF Arena – er trug das gelbe No-Contact-Shirt, aber er war dabei. „Er hat die Kreuzband-Angst erst mal überstanden“, sagt Physio-Chef Laurent Sottas. Die Untersuchung zeigte keine strukturellen Schäden, nur eine Überstreckung des rechten Knies. Dennoch: Eine Vollbelastung wagte er noch nicht, Sprint-Intervallschleife musste er abbrechen.

Die sportliche Leitung nennt den Einsatz am Freitag „50-prozentige Chance“. Intern lautet die Devise: Nur wenn er zu 100 Prozent fit ist, darf er mitspielen. Die Saison ist zu lang, der Kader zu tief, als dass man ein halbes Talent opfern würde. Doch die Message ist angekommen – die Gruppe spürt: Wir bekommen Verstärkung zurück, nicht nur Frustgeschichten.

Die Gegner-Auslosung entscheidet sich am Mittwochabend. Sollte Zug das Pre-Playoff gegen Rapperswil-Jona in der Best-of-Three-Serie drehen, warten Tristan Scherwey und Leonardo Genoni auf die Drachen. Bliebe Rapperswil, würde Gottéron auf den defensivstärksten Außenseiter treffen, der in dieser Saison 42 Mal mit nur einem Tor Unterslagen verlor. Beide Szenarien haben Charme – beide fordern eine komplette Formation.

Die Fans haben bereits alle 7.200 Tickets für Spiel 1 verramscht, auf dem Sektor «Dragon’s Lair» steht seit Tagen Dauergejohle. Die Stadt spürt Playoff-Fieber, die Geschäfte schmücken sich mit grün-weißen Schals. Und irgendwo in der Rehab-Abteilung sitzt Marcus Sörensen, schaut die Trainingsvideos und schraubt seine Geduld auf Anschlag. Kevin Nicolet dagegen stapft nach Hause, die Eisbeutel umklammernd, aber mit einem kleinen Grinsen: „Ich will Freitag dabei sein. Punkt.“

Die Dragons starten als Favorit, doch die Verletztenliste erinnert sie daran: In der Schweiz ist in dieser Phase jeder Puck hart, jeder Check gnadenlos. Ohne Sörensen. Vielleicht mit Nicolet. Die Jagd auf den Meistercup beginnt – mit offenen Fragen und lautem Herzschlag.