French open: top-stars fordern mehr preisgeld – streit bricht aus!

Paris – Die French Open stehen vor der Tür, doch die Stimmung im Tennis-Zirkel ist alles andere als harmonisch. Jannik Sinner, Aryna Sabalenka und Coco Gauff, einige der größten Stars des Tennis, haben Alarm geschlagen und kritisieren die Preisgelder bei den Sandplatz-Majestäten in Paris. Der Frust ist deutlich spürbar.

Wachsende enttäuschung trotz erhöhung

Obwohl die Organisatoren das Preisgeld im Vergleich zum Vorjahr um knapp zehn Prozent auf insgesamt 61,7 Millionen Euro erhöht haben, fühlen sich die Spieler benachteiligt. Die Ankündigung kommt nur wenige Monate, nachdem bereits im vergangenen Jahr ein Schreiben von Top-Stars an die vier Grand-Slam-Turniere verfasst wurde, in dem eine deutliche Erhöhung gefordert wurde. Der Kern des Problems liegt im sinkenden Anteil der Spieler am Umsatz des Turniers.

Laut einer Stellungnahme der Spielergruppe ist dieser Anteil von 15,5 Prozent im Jahr 2024 auf voraussichtlich 14,9 Prozent im Jahr 2026 gesunken. Das bedeutet, dass die Spieler, trotz des enormen Aufwands und der generierten Einnahmen, einen immer kleineren Teil des Kuchens erhalten.

„Es ist nicht nur die absolute Höhe der Preisgelder, die uns stört, sondern auch die prozentuale Beteiligung am Gesamterlös“, erklärte ein namentlich nicht genannter Spieler gegenüber der Nachrichtenagentur AP. „Wir tragen maßgeblich zum Erfolg des Turniers bei, und unser Anteil sollte das widerspiegeln.“

Verband kontert mit investitionen

Verband kontert mit investitionen

Der französische Tennisverband (FFT) reagiert auf die Kritik mit einem Gegenvorschlag. Wie die FFT mitteilte, sei das Preisgeld seit 2019 um rund 45 Prozent erhöht worden. Ein Teil dieser Erhöhung sei zugunsten der Spieler in den frühen Runden und der Qualifikation erfolgt, da diese am stärksten auf die Preisgelder angewiesen seien. Die FFT verweist außerdem auf Investitionen in die Infrastruktur der Pariser Anlage in Höhe von mehr als 400 Millionen Euro.

„Wir sind stets bestrebt, einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen aller Beteiligten zu finden“, so ein Sprecher der FFT. „Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass die generierten Einnahmen in die Weiterentwicklung des Tennissports in Frankreich und weltweit reinvestiert werden können.“

Die Diskussion um die Preisgelder und die Beteiligung der Spieler an den Einnahmen der Grand-Slam-Turniere ist ein alter Hut, der immer wieder neu aufkocht. Es bleibt abzuwarten, ob sich die beiden Parteien in den kommenden Tagen zu einer Einigung finden können, bevor die French Open am 24. Mai offiziell beginnen. Die Spieler haben schließlich auch weitere Forderungen, die bisher unbeantwortet geblieben sind.

Jannik Sinner, der kürzlich den Sieg in Madrid gegen Alexander Zverev feierte, zeigte sich ebenfalls verärgert über die Situation. Sein Fokus liegt nun jedoch auf den French Open, wo er seine Klasse auf Sand beweisen will. Ob er und seine Kollegen ihre Forderungen durchsetzen können, bleibt abzuwarten. Die kommenden Tage werden entscheidend sein für das Klima im Tennis-Zirkel.