French open: sabalenkas formdip macht konkurrenzinnen heiß

Paris – Aryna Sabalenkas überraschende Schwächephase im Vorfeld der French Open hat die Tenniswelt in Aufruhr versetzt. Der frühe Aus in Rom gegen Sorana Cirstea und die Niederlage in Madrid lassen nun die Konkurrenz aufhorchen und neue Chancen wittern. Ex-US-Open-Sieger Andy Roddick analysiert die Situation und gibt Einblicke in die psychologischen Auswirkungen auf die Top-Spielerinnen.

Eine tür öffnet sich für die verfolgerinnen

Roddick, in seinem Podcast „Served“, betonte, dass Sabalenkas Formkurve eine „Tür öffnet“ für Spielerinnen, die bisher im Schatten der Weltranglistenersten standen. „Wenn du Noskova bist und zuletzt gut gespielt hast, fragst du dich plötzlich: Kann ich Roland Garros gewinnen?“, so der frühere Champion. Auch andere, wie Kostyuk, könnten sich ähnliche Gedanken machen. Die Belarussin hatte in Madrid bereits im Viertelfinale gegen Hailey Baptiste die Segel streichen müssen, bevor sie in Rom gegen Cirstea überraschend früh ausschied.

Die längere Pause bis zum Start in Paris könnte Sabalenka gelegen kommen, um sich zu regenerieren und ihre Form wiederzufinden. Allerdings nutzen ihre Rivalinnen die Gunst der Stunde, um Selbstvertrauen zu tanken. Besonders Iga Swiatek und Coco Gauff scheinen von Sabalenkas Formschwäche zu profitieren.

„Iga denkt jetzt vielleicht: ‚Wenn ich nur wieder meine Form finde, weiß ich, wie man dieses Turnier gewinnt‘“, erklärte Roddick. Auch Gauff könnte sich nach Sabalenkas Formschwankungen neue Hoffnungen machen. „Coco denkt vielleicht: ‚Okay, vielleicht kann ich das wiederholen‘.“

Psychologischer effekt: mehr als nur ein formdip

Psychologischer effekt: mehr als nur ein formdip

Roddick relativierte jedoch die Sorge um Sabalenka als Spielerin. „Es geht weniger darum, dass wir uns Sorgen um Sabalenka als Spielerin machen müssen“, so der US-Amerikaner. „Es geht eher um die Auswirkungen auf die anderen Spielerinnen. Wenn sie nicht ganz so perfekt und dominant wirkt wie sonst, öffnet das vielleicht die Tür für die anderen um zehn oder 15 Prozent. Und ich denke, genau das passiert gerade.“

Trotz der jüngsten Rückschläge bleibt Sabalenka jedoch weiterhin eine der Top-Favoritinnen für den Triumph in Paris. Ihre bisherigen Leistungen bei den French Open, insbesondere das Finale im vergangenen Jahr gegen Coco Gauff, sprechen für sich. Ob sie sich jedoch von ihrem Formdip erholen und ihre Dominanz zurückgewinnen kann, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz ist gewarnt: Der Kampf um den Titel in Roland Garros verspricht spannender denn je.