Freiburg träumt vom historischen triumph – golz lobt konzentration!
Der SC Freiburg steht vor dem wohl bedeutendsten Kapitel seiner Vereinsgeschichte. Nach einer Saison voller Überraschungen und beeindruckender Leistungen winken dem Team von Julian Schuster in den kommenden zwei Wochen drei Halbfinal-Knaller, die das Potenzial für eine historische Triumphe bergen. Richard Golz, eine Legende im Tor des SC Freiburg, verfolgt die Entwicklung seines Ex-Klubs mit Begeisterung und lobt vor allem die mentale Stärke der Mannschaft.
Die finanzielle dimension des erfolgs
Die aktuelle Saison stellt zweifellos den finanziellen Höhepunkt in der Geschichte des SC Freiburg dar. „Finanziell ist es auf jeden Fall die beste Saison der Vereinsgeschichte“, so der ehemalige Torwart Richard Golz gegenüber Sport BILD. Vorstand Oliver Leki und die Spieler können sich sicherlich über die anstehenden Prämien freuen. Golz, der von 1998 bis 2006 das Tor des SC Freiburg hütete (246 Einsätze), ist von der Entwicklung des Vereins restlos begeistert.

Pokal oder europa league – was wäre das größere wunder?
Die Frage, welcher Titel – der Gewinn des DFB-Pokals oder der Triumph in der Europa League – das größere Wunder darstellen würde, ist natürlich berechtigt. Golz gibt zu bedenken: „Egal, ein Titel auf der Visitenkarte ist durch nichts zu ersetzen, und wenn du nicht bei den Bayern spielst, hast du nicht so viele Chancen in der Karriere.“ Besonders brisant ist der mögliche zeitliche Rahmen: Ein Pokalfinale am 23. Mai würde nur drei Tage nach dem Europa-League-Finale stattfinden – ein logistischer und sportlicher Kraftakt.

Schuster prägt eine neue ära?
Ein Schlüssel zum Erfolg ist zweifellos Julian Schuster, der im Sommer 2024 die Nachfolge des verehrten Christian Streich (60) als Cheftrainer antrat. Golz zeigt sich überzeugt: „Selbstverständlich kann er hier eine Ära prägen, wenn er es will. Irgendwann werden die Angebote kommen, wenn es so weitergeht – aber ich glaube, dass er eher länger bleibt.“ Schuster, der seit 2008 im Verein ist und zunächst als Spieler und später als Co-Trainer tätig war, scheint der Aufgabe gewachsen zu sein.

Atubolu im fokus europäischer top-klubs
Auch Torwart Noah Atubolu (23) spielt eine herausragende Saison und weckt das Interesse europäischer Top-Klubs. Ein Wechsel in die Premier League könnte durchaus in Frage kommen. Golz erklärt: „Bei einem interessanten Angebot wird er sicher darüber nachdenken, und dann stellt sich die Frage, wie er interessant für sich definiert. Sportlich oder finanziell oder beides? Wenn beides erfüllt sein muss, dann kommen nicht viele Vereine auf der Insel infrage.“

Ginter als wm-kandidat?
In der Defensive überzeugt Matthias Ginter (32) – und Golz sieht in ihm sogar einen Kandidaten für die WM: „Wenn ich die Wahl zwischen Antonio Rüdiger und ihm hätte, würde ich mich für Matthias Ginter entscheiden. Ich hatte als Spieler lieber sachliche und unaufgeregte Spieler vor mir.“ Die hohe Konzentration, gepaart mit der Besessenheit, das Tor zu verteidigen, wie Jogi Löw einst betonte, sowie die Physis, taktische Disziplin und die Stärke bei Standardsituationen sind laut Golz entscheidende Faktoren für den Erfolg des SC Freiburg. Die Mannschaft hat sich eine unglaubliche Stabilität erarbeitet, die in den entscheidenden Spielen zum Tragen kommen wird.
