Freiburg fordert bayern heraus: kann schuster den spieß umdrehen?
Der SC Freiburg blickt mit gemischten Gefühlen auf das anstehende Heimspiel gegen den FC Bayern. Während die Erinnerungen an spektakuläre Siege in den 90er Jahren und ein überraschender Pokalsieg vor drei Jahren noch nachwirken, stehen die jüngeren Erfolge gegen die Münchner eher mau da. Julian Schuster, der neue Trainer, will nun aber den Trend brechen und den Bayern ein Bein stellen – ein Unterfangen, das sich als schwieriger als gedacht erweist.
Die lange durststrecke und die hoffnungsschimmer
Die Fans des SC Freiburg müssen lange in der Geschichtsbücher blättern, um Siege gegen den FC Bayern zu finden. Der letzte Erfolg gelang vor knapp elf Jahren, ein 2:1-Sieg, der den damaligen Kapitän Schuster als Reservisten miterleben ließ. „Vielleicht ganz gut, dass ich damals auf der Bank war – und jetzt wieder“, scherzte er auf der Pressekonferenz. Doch dieser Triumph wurde von einem überraschenden Abstieg überschattet – ein bitterer Nachgeschmack, der bis heute nachwirkt.
Seit dem Wiederaufstieg hat sich Freiburg zu einem etablierten Bundesliga-Klub entwickelt, der regelmäßig um die internationalen Plätze kämpft. Doch in direkten Duellen mit den Top-Mannschaften der Liga offenbart das Team oft Schwächen. Das Hinspiel in München endete zwar mit einer 2:0-Führung, doch am Ende verlor der SC deutlich mit 2:6 – die höchste Saisonniederlage.

Schusters plan: bayern unter druck setzen
Julian Schuster ist sich bewusst, dass der SC Freiburg gegen den FC Bayern niemals den Favoritenrolle entspricht. „Wir müssen uns solche Momente erarbeiten, erzwingen“, betonte der Coach. Er verweist auf die Erfolge von Augsburg und Union Berlin, die in der laufenden Saison bereits Siege gegen die Bayern einfuhren. „Es gibt kleine Fenster, die die Bayern in ihren Spielen immer mal wieder anbieten, in denen man zu Torchancen kommen kann – die muss man sehr effektiv nutzen.“
Ein Schlüssel zum Erfolg wird es sein, die offensive Qualität der Bayern im Griff zu haben. Der Ausfall von Harry Kane, der dem Team eine besondere Aura verleiht, könnte den Münchnern zwar einen Teil ihrer Stärke nehmen, doch Schuster warnt davor, sich auf diesen Umstand zu verlassen: „Auch ohne ihn werden die Bayern genügend Qualität haben, egal wer startet.“ Er erwartet eine starke Leistung von Spielern wie Musiala und Gnabry.
Die Fans im ausverkauften Stadion des SC Freiburg dürfen gespannt sein. Ob Schuster es schafft, den Spieß umzudrehen und den Bayern ein Bein zu stellen, wird sich am Samstag zeigen. Doch eines ist sicher: Der SC wird alles daran setzen, den Rekordmeister zumindest für einen Moment in die Bredouille zu bringen – und das Publikum im Freiburger Westen wird mitfiebern.
