Freiburg fegt genk weg und schafft das kunststück: erstes viertelfinale der geschichte

Es war die 79. Minute, als Maximilian Eggestein den Ball zum 5:1 versenkte und das Europa-Park-Stadion in einen einzigen Brüllkörper verwandelte. Der SC Freiburg hatte nicht nur ein Rückspiel gedreht, sondern die eigene Historie umgeschrieben. Erstmals steht der Club aus dem Breisgau im Viertelfinale eines Europapokals – und das mit dem zweiten Heim-Sieg in Folge, bei dem sie auch noch die Ankerkette von Genk zerfetzten.

Der plan von christian streich ging auf – und wie

Schon vor Anpfiff war die Marschroute klar: Druck, Druck, noch mehr Druck. Genk sollte keine Sekunde durchatmen. Matthias Ginter eröffnete den Torreigen nach 19 Minuten mit einem Kopfball, der so hart kam, dass Torwart Tobias Lawal nur noch hinterherschauen konnte. Sechs Minuten später machte Igor Matanovic das 2:0, diesmal war es ein abgefälschter Schuss von Yuito Suzuki, den Gintner per Kopf querlegte. Die Belgier wirkten wie gelähmt, und was dann folgte, war kein Fußballspiel mehr, sondern eine Demonstration.

Doch es gab einen Moment, da wurde es kurz ungemütlich. Matte Smets verkürzte per Nachschuss nach Aluminium-Glück – 2:1, und plötzlich lag der Gesamtscore nur noch bei 2:2. Die Genk-Fans erwachten, die Freiburger wurden leise. Aber nur für 240 Sekunden.

Grifo wird rekordmann – und suzuki macht die tür auf

Grifo wird rekordmann – und suzuki macht die tür auf

Vincenzo Grifo, der Mann, der in Freiburg schon länger Kult ist als das Kässpätzle, schnappte sich einen ungenauen Rückpass, umkurv Lawal und schob ein. Tor Nummer 96 im Europacup für den SC – und Grifos 46. Europacup-Treffer, alleiniger Rekordtorschütze der Vereinsgeschichte. Die Zahlen lügen nicht: Er traf in 78 Spielen, das ist ein Schnitt von 0,59 Toren pro Partie. Weltklasse.

Noah Atubolu, der mit 21 Jahren schon die Souveränität eines alten Hasen ausstrahlt, leitete mit einem präzisen Abschlag den nächsten Konter ein. Suzuki nahm den Ball, sprintete 40 Meter, ließ zwei Genk-Beine stehen und schob cool ein. 4:1. Die Tür zum Viertelfinale stand offen, Eggestein schloss sie dann endgültig.

Was das bedeutet – und warum der april heiß wird

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Freiburg hat nun fünf Heimspiele in dieser Europa-League-Saison gewonnen, 16 Tore geschossen, zwei bekommen. Das ist keine Serie mehr, das ist ein Statement. Die Auslosung am Freitag bringt Gegner wie Liverpool, Real Betis oder vielleicht sogar den AS Rom. Aber egal, wer kommt: Dieses Team hat sich selbst bewiesen, dass es nicht nur überleben, sondern dominieren kann.

Die Fans sangen nach Abpfiff „Wir sind Europa!“ – und das ist keine Übertreibung mehr. Der SC Freiburg ist angekommen. Und er wird nicht mehr weggehen.