Freiburg bangt um europa: union-blamage zeigt das wahre problem
Kein Tor, kein Plan, kein Funke: Der SC Freiburg hat gegen Union Berlin das dritte Spiel in Folge verloren und steht vor dem Aus in der EuropaLeague. Die 0:1-Pleite am Sonntag war kein Ausrutscher, sondern ein Eklat. Igor Matanovic sprach nach Abpfiff von „beschissenem Gefühl“, Trainer Julian Schuster von der Pflicht, „eiskalt zu werden“. Gemeint ist: Die Mannschaft muss umdenken oder sie fliegt am Donnerstag gegen Genk raus.
Die offensive ist seit wochen ein schatten ihrer selbst
Schuster rotierte nach dem 0:1 in Genk die komplette offensive Dreierreihe – und scheiterte damit erneut. Cyriaque Irié, Lucas Höler und Derry Scherhant fanden keine Lücke gegen Union tiefste Abwehr, weil es keine Laufwege, keine Tempoverschärfung, keine Idee gab. Matthias Ginter sagte es offen: „Wir finden einfach keine Lösungen im letzten Drittel.“ Die Zahlen sind gnadenlos: In den letzten drei Pflichtspielen schoss Freiburg genau null Tore aus dem Spiel heraus. Einzig ein Elfmeter brachte den Sieg gegen Bochum vor drei Wochen.
Die Taktik ist klar: Schuster will Sicherheit durch tiefes, diszipliniertes Defensivspiel. Doch das kostet Tempo im Umschaltspiel. Gegen Union wurde jeder Konter im Keim erstickt, weil sich kein Mittelfeldspieler traute, das Risiko zu suchen. Stattdessen lief der Ball quer, quer, quer – bis er irgendwann hinten landete und Union wieder nachsetzen konnte. Die Folge: 90 Minuten Ballbesitz ohne Strafraumkontakt.

Genk wartet mit der pistole auf der brust
Am Donnerstag im Wildparkstadion muss Freiburg mindestens zwei Tore erzielen, um den 0:1-Rückstand zu drehen. Die Belgier werden nicht nur hinten stehen, sie werden kalkuliert zustechen. Genk-Trainer Wouter Vrancken hat sich die Freiburger Ballstaffetten genau angesehen und weiß: Sobald der SC erhöht, bleibt Rückraum. Drei Tage später winkt das Pokalhalbfinale in Stuttgart – ein Termin, der die Karten noch weiter durcheinander wirft.
Schuster steht vor der Quadratur des Kreises: Er muss offensive Frische finden, ohne die defensive Stabilität zu verspielen. Die Lösung könnte in der Personalie liegen, die er gegen Union verbannte. Vincenzo Grifo, Yuito Suzuki und Niklas Högler warteten auf der Bank, weil sie zuletzt nicht lieferten. Doch genau diese Spieler besitzen den Tick Mut, der fehlt. Grifo ist der einzige im Kader, der aus kleinsten Räumen noch Freistoßtore zaubert. Suzuki kann mit einem Dribbling die ganze Kette verschieben. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Matanovic kündigte an: „Mit Wut im Bauch, aber kontrolliert.“ Die Wut reicht nicht. Freiburg braucht eine Idee, einen Plan, einen Moment der Klarheit. Sonst wird die Europa-League-Saison am Donnerstagabend mit einem Pfeifen enden – und die beschissene Feeling bleibt bis in den Sommer.
