Frauen im schiedsrichterwesen: steffi schick kämpft für respekt!
Die Fußball-Szene in Brandenburg sieht sich mit einem Problem konfrontiert: Der Respekt vor Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern, insbesondere im Amateurbereich, lässt zu wünschen übrig. Steffi Schick, eine erfahrene Unparteiische und Oberstaatsanwältin, setzt sich vehement für eine Veränderung ein. Ihr Ziel: Mehr Anerkennung und eine respektvollere Atmosphäre auf den Sportplätzen.

Die herausforderungen für frauen im schiedsrichterwesen
Schick ist keine Ausnahme. Immer mehr Frauen wagen den Schritt und erwerben den Schiedsrichterlehrgang, doch viele brechen das Engagement frühzeitig ab. Die Gründe sind vielfältig: Anfeindungen, unfaire Kritik und ein Mangel an Unterstützung. „Ich musste mir tatsächlich in den ersten Spielen hart erarbeiten, mich durchzusetzen“, erinnert sich Schick. Es ist ein Kampf, der weit über die reine sportliche Leistung hinausgeht.
Die Zahl der Frauen im Schiedsrichterwesen ist zwar leicht gestiegen – knapp 3.000 von rund 50.000 Fußball-Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern in Deutschland – doch die bloße Statistik täuscht. Viele starten zwar durch, kehren dem Ehrenamt aber schnell wieder den Rücken. Der Druck ist enorm.
Schick hat sich nun als Frauenbeauftragte für Schiedsrichterinnen in ihrem Kreis zusätzliche Aufgaben aufgebürdet. Ihr Fokus liegt darauf, junge Frauen zu gewinnen und langfristig zu halten. „Netzwerken und gegenseitige Unterstützung sind entscheidend“, betont sie. Gerade für Neulinge, die sich in einer überwiegend männlichen Domäne behaupten müssen, ist ein starkes Netzwerk unerlässlich.
Die Lehrgänge sind gut besucht, doch die Quote an aktiven Schiedsrichterinnen sinkt – ein alarmierendes Zeichen. Der Schlüssel zur Verbesserung liegt nicht nur in der Ausbildung, sondern auch in der Veränderung der Mentalität auf den Sportplätzen.
Schick fordert mehr Empathie von allen Beteiligten. „Jede Entscheidung ist ein Momentaufnahme, und nicht jede Situation kann perfekt gesehen werden“, erklärt sie. Ein respektvoller Umgang miteinander sollte selbstverständlich sein, unabhängig vom Ergebnis des Spiels.
Nach dem Abpfiff in Brück gab es an diesem Tag ein kurzes Lob aus den Mannschaften, ein Zeichen der Hoffnung. Doch der Weg zu einer nachhaltigen Veränderung ist noch lang.
Steffi Schick weiß, dass der Kampf für mehr Respekt im Amateurfußball ein Marathon, kein Sprint ist. Und sie ist bereit, ihn zu laufen – für eine Zukunft, in der Frauen und Männer gleichermaßen die Möglichkeit haben, ihre Leidenschaft für den Fußball mit der Pfeife in der Hand auszuleben. Denn der wahre Sieg liegt nicht auf dem Spielfeld, sondern in der Schaffung einer respektvollen und wertschätzenden Umgebung für alle Beteiligten.
