Frankfurt-marathon: zwei bewerber – wer holt sich den zuschlag?

Die Frankfurter Laufszene steht vor einem überraschenden Twist: Neben dem etablierten Veranstalter Motion Events hat sich nun auch die neu gegründete Frankfurter Sportagentur (FSA) um die Ausrichtung des traditionsreichen Frankfurt-Marathons ab 2027 beworben. Ein Wettbewerb, der das Rennen um die prestigeträchtige Veranstaltung neu entzündet.

Neue strategien für den ältesten stadtmarathon deutschlands

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Die FSA, angeführt von Andreas Bechmann, dem ehemaligen Zehnkampf-Europameister U23, will den Marathon stärker regional verankern. Der Fokus soll weg von internationalen Stars und hin zum Breitensport und zur Unterstützung des Frankfurter Laufsports verlagert werden. Ein Spendenmodell und die Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Unternehmen sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. Eintracht Frankfurt signalisiert bereits seine Zustimmung zu diesem Konzept.

Motion Events, unter der neuen Geschäftsführung von Jeannette Wong und Hugh Brashes, dem erfahrenen CEO des London Marathons, setzt hingegen auf Kontinuität und internationale Expertise. Brashes’ Erfahrung im globalen Laufsport könnte entscheidend sein, um die Attraktivität des Frankfurt-Marathons für Weltklasseathleten weiter zu steigern.

Die Stadt Frankfurt, bisher ohne Ausschreibung, muss nun einen neuen Prozess starten. Eine offizielle Ausschreibung ist in Arbeit, doch die Zeit drängt, wenn ein Wechsel für 2027 realisiert werden soll. Die Entscheidung wird zeigen, ob die Tradition und der internationale Glanz oder die regionale Verwurzelung und der Breitensportsport den Ausschlag geben.

Die Übernahme von Motion Events durch London Marathon Events ist ein weiteres Puzzleteil in diesem komplexen Szenario. Mit Jeannette Wong und Hugh Brashes an der Spitze verfügt der aktuelle Veranstalter über ein starkes internationales Know-how. Ob dieser Vorteil gegenüber der regionalen Ausrichtung der FSA ausreicht, bleibt abzuwarten. Der Wettbewerb könnte dem Frankfurt-Marathon jedoch langfristig zugutekommen, indem er frischen Wind in die Veranstaltung bringt und neue Zielgruppen erschließt.

Die Entscheidung der Stadt wird nicht nur die Zukunft des Marathons bestimmen, sondern auch das Image des Frankfurter Sports insgesamt prägen. Es bleibt abzuwarten, welcher Ansatz die Nase vorn hat und wie sich die Frankfurter Laufszene in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die Wettanastrophe hat bereits begonnen.