Frankfurt-marathon: zwei bewerber – neuer wind für den laufklassiker?
Die Frankfurter Laufszene steht vor einem überraschenden Wendepunkt: Neben dem etablierten Veranstalter Motion Events hat sich nun auch die neu gegründete Frankfurter Sportagentur (FSA) um die Ausrichtung des traditionsreichen Frankfurt-Marathons ab 2027 beworben. Ein Wettbewerb, der das Rennen möglicherweise in eine neue Ära führen könnte.
Fokus auf regionale verwurzelung und breitensport
Die FSA, angeführt von Andreas Bechmann, einem ehemaligen Zehnkampf-Europameister, verfolgt einen klaren Ansatz: Den Marathon stärker in die Region zu integrieren und den Fokus auf den Breitensport zu legen. „Der Frankfurt Marathon soll mit der Kraft der gemeinsamen Bewegung den Frankfurter Laufsport zusammenbringen“, so Bechmann. Weg von den internationalen Stars hin zu einer stärkeren Präsenz lokaler Athleten und ambitionierter Hobbyläufer – das ist die Devise.
Ein weiterer wichtiger Pfeiler der FSA-Strategie ist ein Spendenmodell, bei dem Läufer, Unternehmen und Zuschauer aktiv eingebunden werden. Zehn Prozent des Überschusses sollen zudem in den Frankfurter Sport fließen. Diese Idee findet bereits Anklang, wie der Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, Roland Frischkorn, betonte: „Wir sehen große Chancen in der zeitgemäßen Neuausrichtung des Frankfurt Marathons zugunsten des Frankfurter Sports.“
Auch Eintracht Frankfurt unterstützt das Konzept der FSA. Armin Kraaz, Präsidiumsmitglied, erklärte: „Als weltweit größter Mehrspartensportverein stehen wir für regionale Verankerung, stärken gleichermaßen Spitzen- und Breitensport.“
Motion Events, der bisherige Veranstalter unter der Leitung von Jo Schindler, der sich nun mit Jeannette Wong und Hugh Brashes ein neues Führungstrio teilen muss, reagiert auf die Konkurrenz mit der Übernahme durch London Marathon Events. Brashes, CEO des London Marathons seit 1981, und Wong, Expertin für Finanzfragen, sollen frischen Wind in die Organisation bringen.
Die Stadt Frankfurt ist nun gefordert. Nach Informationen des hr-Sport wird an einer offiziellen Ausschreibung gearbeitet, die den Wettbewerb zwischen den Bewerbern regeln wird. Ob es zu einem Wechsel kommt, bleibt abzuwarten, doch eines ist klar: Der Kampf um die Ausrichtung des Frankfurt-Marathons hat das Potenzial, das Rennen in Zukunft nachhaltig zu prägen.

Die zukunft des frankfurt-marathons ist ungewiss, aber spannend
Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich weitere Interessenten melden und der Wettbewerb weiter eskaliert. Doch selbst wenn es letztendlich nur zwei Bewerber bleiben, profitiert der Marathon von dieser neuen Dynamik. Die Konkurrenz belebt das Geschäft – und könnte den Frankfurt-Marathon zu einem noch attraktiveren und regional bedeutsameren Event machen.
