Frankfurt quetscht heidenheim: kalimuendo trifft, koch fliegt – europa rückt näher
Ein Schuss, ein Tor, ein Platzverweis – mehr brauchte Eintracht Frankfurt nicht, um den Abstiegskranken 1. FC Heidenheim mit 1:0 zu erden. Die Pleite war die 18. für den Aufsteiger, der nun zehn Punkte hinter dem Relegationsrang hängt und am Sonntag beim Blick auf die Konkurrenz noch tiefer sinken kann.
Arnaud Kalimuendo schoss die Eintracht in der 53. Minute auf Rang sieben – die Position, die am Ende unter Umständen schon für die Conference League reicht. Trainer Albert Riera feierte im dritten Heimspiel den dritten Sieg, doch die Art, wie sein Team den Gegner zermürbte, war alles andere als spektakulär.
Ballbesitz-statistik lügt nicht, aber sie unterhält auch nicht
71 Prozent Ballbesitz, 370 Pässe, keine einzige klare Chance bis zur Pause – die SGE wirkte wie ein Betonmischer mit Stromausfall: viel Druck, wenig Flow. Hugo Larsson schoss einmal aus 20 Metern, Keeper Kevin Müller sah den Ball im Arm. Sonst? Geduldsspiel gegen eine Fünferkette, die kaum mehr lief als vertikal verteidigen.
Nach dem Seitenwechsel dann der Moment, der alles entschärfte. Robin Koch verlängerte eine Ecke unorthodox mit dem Hinterkopf, Kalimuendo nahm den Abpraller volley – 1:0. Die Arena atmete auf, Riera stemmte die Faust in den kalten Abend. Doch die Erleichterung hielt nur 20 Minuten.

Kochs rot wegen taktik-foul – frankfurt zittert statt zu kombinieren
Koch sah Gelb-Rot, weil er Sirlord Conteh kurz vor dem Strafraum stoppte – ein Foul, das die Eintracht teuer werden konnte. Conteh hatte sich zuvor bereits wegen Abseits gefreut, als er per sehenswertem Lupfer zur vermeintlichen 1:1-Erleichterung traf. Die Linienrichterin hob sofort, die Kamera bestätigte: knapp, aber korrekt.
Die letzten Viertelstunde wurde zur Zitterpartie. Ritsu Doan scheiterte am langen Pfosten, Makoto Hasebe blockte mit 37 Jahren und 190 Bundesliga-Einsätzen aus Erfahrung. Riera wechselte dreimal, stellte um auf 5-3-1, ließ die Uhr runterlaufen. Als Schiri Tobias Stieler abpfiff, war die Erleichterung größer als der Jubel.
Frankfurt steht nun eine Woche vor dem Pokalviertelfinale bei Bayer Leverkusen auf Europakurs. Die Leistung war müde, die Tabelle aber lacht – und manchmal zählt eben nur das Resultat. Heidenheim dagegen kann die Koffer packen: Wer zehn Punkte Rückstand auf Platz 16 hat und nur noch sieben Spiele vor sich sieht, der fliegt nicht mehr, der fällt.
