Foggia muss vier heimspiele ohne fans austragen – nach randale in monopoli droht abstieg

Der Stadio Pino Zaccheria bleibt vier Spiele lang leer, das ist die härteste Strafe der laufenden Serie-C-Saison. Der Fußballgerichtshof schickt Foggia ins Exil – direkt ins Abstiegschaos.

Das urteil: 10.000 euro geldstrafe und geisterspiele

Die Zahlen sind gnadenlos: 30.000 Euro Sachschaden, 17 verletzte Ordner, 4 Rauchbomben auf dem Rasen, eine Bierdose gegen die Seitenbande. Dazu kam eine Platzinvasion in der 93. Minute, als etwa 200 Rothosen ihre eigene Mannschaft bedrohten. „Wir haben die Geduld verloren“, schreibt Richter Stefano Palazzi in seinem 14-seitigen Urteil. Konsequenz: vier Heimspiele ohne Zuschauer, 10.000 Euro Strafe, plus die Kosten für die Stadionreparatur.

Die Szene in Monopoli war nur der Auslöser. Schon vor dem Anpfiff flogen Bengalos, während des Spiels erklang ein Refrain aus Pfiffen und Obszönitäten. Nach dem 0:1 durch Fall brach die Hölle los. Ein Fan lief bis zur Mittellinie, schlug mit der Faust auf den Rasen und brüllte: „Raus aus unserem Stadion!“ Die Polizei musste Tränengas einsetzen, das Spiel wurde neun Minuten unterbrochen.

Trainer michele pazienza steht mit dem rücken zur wand

Trainer michele pazienza steht mit dem rücken zur wand

Foggia hat seit Ende Januar nur einmal gewonnen – gegen Trapani, 2:1, Ende März. Seitdem sieben Niederlagen, drei Remis, ein Torverhältnis von 4:18. Mit 27 Punkten rangiert das Team auf Rang 18, nur zwei Zähler vor dem direkten Abstiegsplatz. „Wir spielen jetzt jedes Heimspiel wie auswärts, das macht die Mission fast unmöglich“, sagt Pazienza nach dem Training am Dienstagmorgen. Sein Vertrag läuft ohnehin nur noch bis Juni, die sportliche Leitung will sich erst nach dem Saisonende positionieren.

Die nächsten Gegner lesen sich wie ein Horrorszenario: Salernitana (Tabellenzweiter), Crotone (Formkurve steil nach oben), Taranto (Derby), Avellino (Playoff-Anwärter). Alle vier Partien müssen im leeren Zaccheria stattfinden – verlorene Einnahmen von rund 400.000 Euro, schätzt Klub-CFO Marco Manzotti. Die Kapazität beträgt 25.000 Plätze, der Schnitt lag in dieser Saison bei 7.800 Zuschauern.

Die kurve rebelliert – und schadet sich selbst

Die kurve rebelliert – und schadet sich selbst

Die Ultra-Gruppe „Foggia Nostra“ distanzierte sich offiziell von den Ausschreitungen, doch intern kursieren Videos, in denen Anführer zur Eskalation aufgerufen haben. Die Polizei hat 42 Personen identifiziert, 17 Stadionverbote wurden bereits ausgesprochen. Bürgermeister Maria Aida Episcopo droht mit dauerhafter Schließung: „Wenn das wieder passiert, bekommt Foggia keine Lizenz mehr.“

Der Klub kündigte an, die Strafe nicht anzufechten. Stattdessen sollen kostenlose Live-Übertragungen in der Innenstadt organisiert werden – ein Versuch, die Fans bei Laune zu halten und gleichzeitig das Stadion zu schützen. Doch die Wut bleibt. Auf Social-Media-Gruppen kursiert das Hashtag #PazienzaVattene, gepaart mit Bildern von brennenden Trikots.

Die Saison endet am 28. April. Für Foggia ist sie längst zur Zitterpartie geworden. Die Play-out-Teilnahme gilt als Minimum, der direkte Abstieg als reale Bedrohung. Und während die Mannschaft im leeren Zaccheria um jeden Punkt kämpft, sitzen die eigenen Anhänger zu Hause – und fragen sich, wie es so weit kommen konnte.