Flames zittern sich ins pokalfinale: siebenmeter-drama gegen thüringer hc
Siebenmeter loten Nerven aus, aber die Flames haben sie aus Stahl. Die HSG Bensheim/Auerbach ringt den Thüringer HC im Halbfinale mit 5:3 im Penaltyschießen und steht erstmals im DHB-Pokalfinale.
31:31 Reicht nicht – südhessinnen behalten klarheit im showdown
Stuttgart – 60 Minuten lang lagen sich beide Teams in der Schwalbe-Arena an den Fersen, zwölf Mal wechselte die Führung, kein Vorsprung über zwei Treffer. Thürings Abwehr stand wie eine Mauer, doch Mia Zschocke traf postwendend zum 28:28. Dann folgte die Zitterpartie.
Nadine Kretschmann parierte gleich zwei Siebenmeter, Katja Brundke verwandeln den entscheidenden. Die HSG-Tribüne kochte, der THC stand mit leeren Blicken da. Die 5:3-Serie ist die bisher einzige Niederlage der Thüringerinnen im laufenden Wettbewerb.
Trainer Markus Gärtner atmete sichtbar durch: „Wir haben gelernt, dass wir auch dann noch gewinnen, wenn das Spiel nicht läuft.“ Seine Rotation umstellte früh auf eine offensive 3-2-1-Deckung, die die Räume für Kreisläuferin Lisa Kienzler öffnete – sie erzielte acht Treffer.

Am sonntag winkt der erste titel – gegner kommt aus dortmund oder blomberg
Um 16.30 Uhr geht es gegen den Sieger der Partie Borussia Dortmund gegen HSG Blomberg-Lippe. Beide Teams trafen die Flames in dieser Saison erst einmal; gegen Dortmund gab’s ein 27:27, Blomberg wurde mit 29:24 besiegt. Doch Pokalspiele haben ihr eigenes Gesetz, und die Statistik zählt nur auf dem Papier.
Die Organisatoren rechnen mit 7.000 Zuschauern, SWR und Sport1 übertragen live. Die HSG reist mit 1.200 Fans an – für den kleinen Verein aus Südhessen eine Rekordkulisse. Sollte der Pokal tatsächlich mit nach Hause fahren, winken 50.000 Euro Preisgeld plus Europacup-Startplatz. Das wäre nicht nur sportlich das größte Kapitel der noch jungen Klubgeschichte.
Bereits morgen startet die Mannschaft ins Abschlusstraining. Physiotherapeut Oliver Kraft hat 24 Stunden Zeit, die Muskelkater aus den Beinen zu bekommen. Die Siebenmeter-Heldin Kretschmann lächelt verschmitzt: „Wir haben noch einen Tag – und dann wollen wir Geschichte schreiben.“
