Fischtown zerquetscht nürnberg mit 4:0 und flüstert: mannheim, wir kommen
Die Pinguins haben die Ice Tigers in Bremerhaven nicht einfach geschlagen – sie haben sie versenkt. Mit einem 4:0 im ersten Playoff-Duell schickt Fischtown Nürnberg mit leeren Händen nach Franken zurück und sichert sich die Möglichkeit, schon am Freitag das Viertelfinal-Ticket zu lösen. Dort warten die Adler Mannheim. Die Serie ist noch jung, aber die Machtverhältnisse bereits klar verteilt.
Ross mauermann trifft doppelt und entzaubert das tiger-geheimnis
Mauermann, 32 Jahre, Stammgast in den Playoffs, brauchte nur 15 Minuten, um die Euphorie im Home-of-Sports auf Siededruck zu bringen. Sein Backhand-Ausfall in Überzahl war kein Glückstreffer, sondern ein Statement. Nach der Pause wiederholte er den Trick – diesmal in der 44. Minute, als Nürnberg schon auf verlorenem Posten stand. Die Ice Tigers hatten vor Saisonbeginn Offensivpower versprochen, doch in der Eisarena an der Weser kam nichts an: 0 Tore, 0 Powerplay-Erfolg, 0 Antwort auf die Bremerhavener Intensität.
Nicolas Krammer sorgte in der 37. Minute für die Vorentscheidung, als er einen Abpraller aus dem Slot versenkte – sein fünfter Playoff-Treffer in dieser Saison. C.J. Smith setzte in der letzten Sekunde den Schlusspunkt: Empty-Netter, 4:0, Abpfiff, Nürnberg enttäuscht. Die Statistik spricht Bände: 32:19 Torschüsse, 61 % Faceoff-Gewinn für die Hausherren, plus zwei herausgespielte Überzahltore. Trainer Alexander Sulzer hatte seine Mannschaft aufs Tempo programmiert – und sie lieferte.
Die Ice Tigers dagegen wirkten wie in Zeitlupe. Topscorer Zach Boychuk fand kein Durchkommen, Goalie Jonas Stettmer musste zwölf Schüsse aus kurzer Distanz parieren, um das Debakel nicht noch größer werden zu lassen. Die Defensiv-Disziplin, die Nürnberg in der Hauptrunde auszeichnete, verflüchtigte sich innerhalb von 60 Minuten. „Wir haben zu lange gewartet, statt zu reagieren“, sagte Tigers-Coach Kris Knoblauch nach der Partie, sichtlich mitgenommen.

Am freitag droht das aus – und mannheim lauert bereits
Für Bremerhaven geht es nach dem Kantersieg mit Rückenwind nach Nürnberg. Ein Sieg am Freitag (19.30 Uhr, MagentaSport) würde nicht nur die Serie beenden, sondern auch das Ticket für das Viertelfinale lösen – und dort warten die Adler Mannheim, Tabellenzweiter der Hauptrunde, mit einem gehobenen Anspruch auf den Titel. Die Pinguins haben die Möglichkeit, als erstes Team der diesjährigen Playoffs die nächste Runde zu erreichen. Die Ice Tigers müssen gewinnen, sonst ist die Saison vorzeitig beendet.
Die große Playoff-Show geht indessen weiter: Am Mittwoch empfangen die Grizzlys Wolfsburg die Schwenninger Wild Wings – mit dem Ziel, den Kölner Haien als Gegner zugelost zu bekommen. Bereichert um die Partie in Bremerhaven ist das Viertelfeld komplett: Straubing, München, Ingolstadt und der amtierende Champion Berlin warten bereits. Die Postseason kocht, und Fischtown hat den ersten Schlag ausgeteilt. Nürnberg muss nun beweisen, dass die 0:4-Pleite nur ein Ausrutscher war – oder die Serie endet vorzeitig im eigenen Eis. Die Uhr tickt. Die Tigers hungern nach Revanche. Aber die Pinguins haben bereits den ersten Biss bekommen – und schmecken Blut.
