Fis-chef zieht notbremse: nach 30 crashs droht radikale ski-revolution
Markus Waldner schaut auf die vergangene Saison und spürt den Druck. 30 schwere Stürze, 28 im Winter davor – die Zahlen haben die Internationale Skiföderation wachgerüttelt. „Was die letzten zwei Jahre passiert ist, war einfach nicht mehr gut“, sagt der FIS-Renndirektor im SRF-Interview. Jetzt schlägt er zurück.
Die piste war nur die erste baustelle
Ein zentraler Hebel war die Pistenpräparation. Waldner wehrt sich gegen Kritik aus der Schweiz, wonach zu wenig Wasser verwendet wurde. „Das war ein Missverständnis. Wir haben gleich viel Wasser in der Grundpräparation genutzt, aber vermieden, oberflächliche Eislaufplätze zu schaffen.“ Das Ziel: kompakte Pisten, die nicht brechen, aber weniger „Verschneider“ provozieren. Einzelfälle wie in Schladming, wo die Piste durch Regen und Frost extrem vereiste, seien nicht die Intention gewesen.
Doch die Tendenz ist rückläufig. Die „schwarze Liste“ der FIS ist kürzer geworden. Das reicht Waldner nicht. Er kündigt einschneidende Materialänderungen für die kommende Sitzung an. Der Helm steht auf dem Prüfstand. „Der Helm ist nicht mehr gut genug. Wir sehen rollende Helme, das darf nicht sein.“ In Zusammenarbeit mit Universitäten soll eine neue Norm entwickelt werden, um den „enormen Kräften“ auf der Strecke entgegenzuwirken.

Die schuhhöhe wird begrenzt – odermatt muss umdenken
Nach dem Verbot der Schienbeinschoner in der Saison 2024/25 haben sich Athleten mit höheren Skischuhen geholfen. Marco Odermatt wird wohl wieder an einer Lösung für das Schienbein tüfteln müssen. Waldner ist sich bewusst, dass dies bei einigen Athleten unumgänglich ist, um Schienbeinentzündungen zu vermeiden. Dennoch will er handeln. Eine Begrenzung der Skischuhhöhe steht bevor.
Innovationen wie schnittfeste Unterwäsche haben bereits Schlimmeres verhindert – wie beim Sturz von Möller in Gröden. Doch die Materialentwicklung bleibt das wichtigste Werkzeug für mehr Sicherheit. Die Massnahmen sollen bei der FIS-Frühjahrssitzung offiziell bestätigt werden. Die Skiszene blickt gespannt nach vorne. Die Zeit der leichtfertigen Risiken scheint vorbei zu sein.
