Fiorentina zündet trainer-kracher: wm-helden großo und de rossi im endspiel um den job

Die Tage von Paolo Vanoli in Florenz sind gezählt. Noch liegt die Fiorentina im Tabellen-Mittelfeld, doch hinter den Kulissen laufen die Uhren schon auf Mitternacht. Sportchef Fabio Paratici hat die Koffer für den Sommer gepackt – und zwei Namen ganz oben auf dem Zettel: Fabio Großo und Daniele De Rossi, beide Weltmeister von 2006, beide gerade dabei, ihre Trainer-Legenden zu schreiben.

Warum das duell großo gegen de rossi schon jetzt ein finale ist

Paratici liebt klare Linien. Wenn die Mathematik die Fiorentina endgültig vor dem Abstieg bewahrt hat, flattert binnen 48 Stunden die Kündigung auf Vanolis Schreibtisch. Dann zählt nur noch eins: ein Coach, der die Curva Fiesole elektrisiert. Großo hat den Sassuolo in zwölf Monaten von der Serie-B-Angst bis zur sicheren Mittelfeld-Platzierung geführt, spielt mutiges 3-5-2 und lässt seine Außenverteidiger wie Flügelstürmer agieren. De Rossi wiederum schnappte sich einen Genoa, der nach dem Viera-Desaster auf dem letzten Platz döste, und schoss die Rossoblù mit sieben Siegen aus den letzten elf Spielen auf Platz zwölf – drei Spieltage vor Schluss ist der Klassenerhalt schon trocken.

Beide kennen den Druck von Rangnick-Meetings, beide haben gelernt, dass italienische Pressekonferenzen schneller brennen als ein Berg-Feuer. Und beide treffen diese Woche auf Paraticis Radar: Am Sonntag empfängt die Fiorentina De Rossis Genoa, sieben Tage später folgt Sassuolo – ein Live-Casting vor 40 000 Fans. Wer glänzt, bekommt den Vorvertrag in die Hand gedrückt.

Der outsider-kandidat aus spanien und die klauseln, die zählen

Der outsider-kandidat aus spanien und die klauseln, die zählen

Paratici ist bekannt für seine Spanien-Reisen. Als Juve-Manager holte er Ronaldo, jetzt könnte er Marcelino aus Villarreal abwerben – der 58-Jährige sucht nach dem Europa-League-Triumph einen neuen Klub und spricht fließend italienisch. Doch der ehemalige Valencia-Coach kostet Ablöse, und die will Rocco Commisso derzeit nicht zahlen. Gleiches gilt für Iñigo Pérez, dessen Rayo Vallecano gerade das Conference-League-Halbfinale erreicht. Günstiger wäre Pellegrino Matarazzo, der in San Sebastián ausläuft und schon in Stuttgart bewies, dass er mit kleinem Budget große Zahlen produziert.

Die entscheidende Frage lautet: Wer lockt Großo aus Reggio Emilia? Sein Vertrag läuft bis 2027, Sassuolo-Boss Carnevali signalisierte bereits, „bei einem Top-Angebot nicht blockieren“ zu wollen. Die Ablöse: geschätzte 3,5 Millionen Euro. Für De Rossi wäre es einfacher – seine Genoa-Klausel für einen Wechsel zu einem europäischen Top-10-Klub beträgt nur 2 Millionen, und die Fiorentina zählt dank Conference-League-Einnahmen wieder dazu.

Die Uhr tickt. Wer am letzten Spieltag jubelt, trägt im Sommer vielleicht schon Violett. Die Curva wartet – und Paratici hat den Stift schon in der Hand.