Sozialleistungen digital: kolumbien revolutioniert die auszahlung
Eine Zeitenwende für Millionen Kolumbianer: Das Departamento de Prosperidad Social (DPS) kündigt ab 2026 eine grundlegende Umstellung bei der Auszahlung sozialer Leistungen an. Schluss mit endlosen Schlangen vor Behörden – stattdessen sollen Gelder direkt auf digitale Konten fließen.

Neuer weg für renta ciudadana, devolución del iva und colombia mayor
Die Programme Renta Ciudadana, Devolución del IVA und Colombia Mayor werden ab 2026 eine neue Ära erleben. Anstatt auf eine einzige Zahlungsart zu beschränken, können die Gelder künftig auf Sparkonten oder digitale Geldbörsen der Empfängerinnen und Empfänger überwiesen werden. Mauricio Rodríguez Ayala, Direktor des DPS, betont, dass diese Maßnahme die finanzielle Inklusion fördern und die Effizienz der Gelderverteilung deutlich steigern soll.
Was bedeutet das konkret? Für viele bedeutet es mehr Komfort und Zeitersparnis. Familien, die im Sisbén IV der Gruppe A zugeordnet sind (extreme Armut), stehen weiterhin im Fokus. Die Integration von digitalen Geldbörsen wie Nequi, Daviplata und Dale ermöglicht es, das bis zu 500.000 COP betragende Hilfsgeld unmittelbar nach Beginn der Auszahlungsphase zur Verfügung zu stellen. Besonders für ältere Menschen, die im Rahmen von Colombia Mayor unterstützt werden, stellt dies eine Erleichterung dar, da autorisierte Familienangehörige oder die Betroffenen selbst auf das Geld zugreifen können, ohne sich an traditionelle Banköffnungszeiten halten zu müssen.
Doch nicht jeder kann sofort profitieren. Die Umstellung erfolgt schrittweise und basiert auf einem Prozess der Digitalisierung und Datenaktualisierung. Personen, die bereits aktive Konten bei Nequi, Daviplata oder Dale besitzen und ihre Daten korrekt registriert haben, erhalten die Zahlungen direkt auf ihre App. Für diejenigen, die noch keine digitalen Werkzeuge nutzen oder in abgelegenen Gebieten ohne gute Internetverbindung leben, werden weiterhin Zahlungen über Partnernetzwerke wie SuperGiros und SuRed angeboten. Es soll niemand den Zugang zu seinen Leistungen verlieren.
Das DPS ruft die Empfängerinnen und Empfänger dazu auf, sich aktiv auf diese Umstellung vorzubereiten. Dazu gehört das Vergleichen verschiedener Finanzprodukte, das Eröffnen eines eigenen Kontos und die Überprüfung der Kompatibilität mit dem CENIT-System. Es gilt, das Produkt zu wählen, das den individuellen Bedürfnissen am besten entspricht – unter Berücksichtigung von Kosten, Nutzen und Benutzerfreundlichkeit.
Um Betrug zu vermeiden, warnt das DPS vor unoffiziellen Quellen und fordert dazu auf, lediglich auf offiziellen Kanälen Informationen einzuholen. Die Bürgerinnen und Bürger werden dringend gebeten, ihre Konten aktiv zu halten, sich mit der Nutzung vertraut zu machen und niemals persönliche Daten an Dritte weiterzugeben. Die Sicherheit der Gelder steht an erster Stelle.
Mit dieser Reform setzt Kolumbien ein starkes Zeichen für eine modernere und effizientere Sozialpolitik. Das DPS hat das Ziel, eine direkte, sichere und pünktliche Auszahlung der Leistungen zu gewährleisten – und das Vertrauen der Bevölkerung in die staatlichen Dienstleistungen zu stärken. Eine Zahl spricht Bände: 2026 sollen über 80% der Auszahlungen digital erfolgen, ein Beweis für den Willen zur Veränderung und zur Inklusion.
