So verpasste milan isaksen: lotito zahlte, gazidis zögerte – jetzt trifft der däne auf seine fast-klub
Ein Tor in Rom, zwei in der Europa League gegen genau diesen Gegner: Gustav Isaksen tritt heute Abend im Olympico auf, doch er hätte ebensogut im Trikot des Milan auflaufen können. Sommer 2023, die Rossoneri suchen eine echte Rechtsaußen-Waffe, und der Dane rast mit Midtjylland durch die Play-offs: neun Treffer in zehn Spielen, 22 Jahre jung, Preisschild: 20 Millionen. Furlani und Moncada sagen: „Interessant, aber lass uns schlafen.“
Lotito schlug zu, milan dachte nach
Während die neue Führung um Geoffrey Moncada noch Kaffee kochte, schaltete Claudio Lotito den Turbo. Er erinnerte sich an Isaksens Doppelpack gegen seine Lazio, ließ 12 plus 4 Millionen fliegen und unterschrieb am 28. Juli 2023. Milan hatte in derselben Woche Christian Pulisic fixiert, zwei Wochen später folgte Samuel Chukwueze. Doku? Wuchs sich beim Man City für 60 Millionen aus – außerhalb der Milaneiser Reichweite. Isaksen war weg, das Geld war knapp, und die Rechtsaußen-Frage blieb offen.
Die Folge: Chukwueze liefert bis heute nur Flashs (Tore gegen Borussia und Newcastle), Pulisic erlebte eine kurze Flitterwoche, dann verflog der Zauber. Isaksen dagegen brauchte ein Jahr, um sich an Sarri-Ball zu gewöhnen, steht mittlerweile auf 12 Serie-A-Treffern und startet heute in der Startelf. Milan drückt derweil Alexis Saelemaekers wieder in die Dienstkleidung, weil die ursprüngliche Plan-B-Option nie richtig zündete.

Der preis des zögerns
Die Zahlen sind schonungslos: für 16 Millionen bekam Lazio einen einsatzbereiten Flügelspieler, der in 59 Pflichtspielen direkt an 23 Toren beteiligt war. Milan steckte 35 Millionen in Chukwueze plus Gehalt, kassierte dafür bislang vier Liga-Tore. Die Amortisation pro Tor: Lazio 0,7 Millionen, Milan 8,75. Wer hier die Nase vorn hat, dürfte selbst dem letzten Tribünenritter klar sein.
Heute Abend also 20.45 Uhr im Olympico: Isaksen gegen Emerson Royal oder Filippo Terracciano, Sarri gegen Paolo Fonseca. Der Däne könnte erneut das Netz zappeln lassen – diesmal gegen jene, die ihn vor zwei Jahren für zu teuer hielten. Die Ironie: Milan sucht immer noch einen Rechtsaußen, der liefert. Isaksen suchte nur eine Bühne, die ihm vertraute. Lotito gab sie ihm, Gazidis versäumte sie. Die Rechnung präsentiert sich heute in Schwarz-Rot und mit Pfeifkonzert.
