Hsg blomberg-lippe verzichtet auf großarena und verlangt von fans bis zu 8 euro mehr

Die HSG Blomberg-Lippe spielt ihre Halbfinale der Handball-Bundesliga Frauen nicht im Lemgoer Großstadion, sondern in der eigenen, vertrauten Ulmenallee – und lässt die Anhänger dafür kräftig zahlen. Die Preise für Steh- und Sitzplätze steigen für die entscheidenden Partien um bis zu acht Euro, wie der Verein am Freitag mitteilte.

Preiserhöhung folgt auf forderung aus solidarfonds

Grund ist die Solidarzahlung, die die HSG gemeinsam mit drei anderen Klubs zu Beginn der Spielzeit in den Fonds der Liga einzahlen musste. Die Halle erfüllte die geforderte Kapazität von 3.000 Sitzplätzen nicht. Statt nun für die Play-offs in die 4.300-Plätze-Phoenix Contact Arena nach Lemgo auszuweichen, bleibt der Tabellenzweite in der Heimspielstätte – und verteuert die Tickets.

Die Kategorien 1 bis 3 kosten künftig acht Euro mehr, Stehplätze sechs Euro. Für eine Partie auf der Tribüne zahlen Vollzahler damit statt 22 Euro jetzt 30 Euro, Dauerkarteninhaber müssen den Aufschlag für die einzelnen Spiele nachkaufen. „Wir wollen den Heimvorteil in unserem Wohnzimmer sichern“, sagt Geschäftsführer Jan-Henning Himborn. Die Entscheidung fiel einstimmig im Vorstand.

Lemgoer terminkalender blockierte ausweichoption

Lemgoer terminkalender blockierte ausweichoption

Die Rechnung ist simpel: Ein Umzug würde Mietkosten, Umbau und Logistik verursachen, zudem ist die Halle nicht an allen Wochenenden frei. Am 25. April steht Comedian Sascha Grammel auf der Bühne, Anfang Mai laufen Musical- und Filmhighlights, möglicherweise folgt Chris Tall am 17. Mai. Die HSG spart sich die Kollision und verlagert die Kosten direkt auf ihr Publikum.

Die Fans reagieren gemischt. In sozialen Medien wird Solidarität mit dem Klub bekundet – aber auch Unverständnis. „Wir haben zwei Jahre lang jedes Heimspiel angefeuert, jetzt sollen wir für den Play-off-Sieg extra zahlen?“, kommentiert eine Anhängerin. Die Antwort des Vereins: Nur so sei die Heimspielstätte zu halten.

Die Zahlen sprechen für sich: Die HSG kassierte in den letzten beiden Spielzeiten nur zweimal in der Ulmenallee – beide Male gegen die HB Ludwigsburg. Gegen den BVB reichte es im Pokal-Halbfinale knapp nicht, doch in der Meisterschaft hat Blomberg die erste und möglicherweise dritte Partie im eigenen Wohnzimmer. Drei Siege trennen das Team von Trainer Steffen Birkner vom Finale.

Die Uhr tickt. Am Samstag empfangen die Lipperinnen den Thüringer HC, dann folgt das Top-Spiel gegen Dortmund. Wer dabei sein will, zahlt mehr – oder bleibt draußen. Die HSG wettet darauf, dass der Schulterschluss hält. Die Alternative wäre ein leeres Wohnzimmer in den wichtigsten Wochen der Saison.