Leicester city: vom wunder zum abgrund – ein tragischer fall?
Leicester city: vom wunder zum abgrund – ein tragischer fall?
Es ist eine Geschichte, die nach einem Drehbuch klingt: Leicester City, der Sensationsmeister von 2016, steht kurz vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit. Klubboss Aiyawatt Srivaddhanaprabha beschrieb die vergangenen Jahre als „Film oder Serie“. Doch der Traum von der glorreichen Vergangenheit scheint in einem Albtraum zu enden.
Der aufstieg zum märchen
Der Film “Leicester City” begann mit einem wahren Triumph. Jamie Vardy, Riyad Mahrez und N’Golo Kanté wurden unter Trainer Claudio Ranieri zu Helden, als sie 2016 als 5000:1-Außenseiter die Premier League gewannen. Dieser Erfolg gilt als eine der größten Sensationen im englischen Fußball. Eine unglaubliche Geschichte von Kampfgeist und Zusammenhalt.

Der brutale absturz
Knapp zehn Jahre später ist von diesem Glanz wenig übrig. Aufgrund von Verstößen gegen finanzielle Regularien wurden die Foxes um sechs Punkte in der Championship (2. englische Liga) bestraft. Nur eine bessere Tordifferenz trennt den Traditionsklub derzeit von einem Abstiegsplatz. Die Situation ist mehr als bedrohlich, da Teile der Fans Spiele boykottieren und die Klubführung kritisieren. Aktuell ist der Verein sogar ohne Cheftrainer.
Chronologie des niedergangs
Nach dem sensationellen Meistertitel etablierte sich Leicester im Tabellenmittelfeld (Plätze 12 und zweimal Rang 9). Die erfolgreiche Zeit unter Trainer Brendan Rodgers, der die Foxes zweimal auf Rang 5 führte und 2021 den FA Cup gewann, schien eine neue Ära einzuleiten. Doch Klubbesitzer Srivaddhanaprabha erkannte bereits damals die ersten Anzeichen des Niedergangs: „Wir wurden immer größer und vergaßen, was wir vorher waren.“
Tragischer verlust und sportliche talfahrt
Im Oktober 2018 erlitt der Verein einen schweren Schicksalsschlag: Klubboss Vichai Srivaddhanaprabha kam bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Die Saison 2022/23 verlief ernüchternd, und auch Trainer Rodgers musste seinen Posten räumen. Trotz namhafter Spieler wie Jamie Vardy, Youri Tielemans, James Maddison und Harvey Barnes stiegen die Foxes am Ende der Saison in die Championship ab.
Der hoffnungsschimmer und das jähe ende
Unter Trainer Enzo Maresca gelang jedoch der direkte Wiederaufstieg als Zweitliga-Meister mit 97 Punkten. Doch der Aufstieg wurde von Chelsea überschattet, die Maresca für 11,75 Millionen Euro abwarb. Dieser Verlust sollte sich als fatal erweisen. Es folgten erfolglose Trainerwechsel und der erneute Abstieg. Die Situation spitzt sich zu, und die Fans fordern Veränderungen.
Proteste und kritik an der klubführung
Klubbesitzer „Top“ Srivaddhanaprabha steht im Zentrum der Kritik. Fangruppen äußerten sich in einem Statement: „Immer mehr Fans sind der Meinung, dass der Verein schlecht geführt wird, dass die Anliegen der Fans regelmäßig ignoriert werden.“ Die Proteste gipfelten in einer leergefegten Nordtribüne beim Spiel gegen West Bromwich Albion. Der Eigentümer selbst sieht die Verantwortung bei sich, schließt einen Verkauf aber aus: „Ich muss sicherstellen, dass ich alles, was ich hier begonnen habe, zu Ende bringe.“
Eine ungewisse zukunft
Ob der Film “Leicester City” noch ein Happy End bekommt, bleibt abzuwarten. Srivaddhanaprabha betont: „Ich liebe es immer noch hier und möchte sicherstellen, dass der Verein wieder erfolgreich wird.“ Er appelliert an die Unterstützung der Fans: „Mit diesem Kader sollten wir nicht noch einmal absteigen.“ Die Zukunft des Vereins hängt davon ab, ob die Verantwortlichen die Probleme lösen und die Fans wieder für sich gewinnen können.
