Filipe luís bei flamengo entlassen – trotz 8:0-sieg
Ein 8:0-Sieg reicht nicht, um den Job zu retten. Filipe Luís ist nicht mehr Trainer von Flamengo Rio de Janeiro – und das Timing könnte kaum absurder sein. Mitten in der Carioca-Saison, kurz nach einem Halbfinal-Kantersieg gegen Underdog Madureira, verkündete der Klub am 3. März 2026 das Ende einer Zusammenarbeit, die vor nicht allzu langer Zeit noch nach einer Erfolgsgeschichte aussah.
Vom rekordjäger zum sündenbock innerhalb weniger wochen
Luís hatte Flamengo im September 2024 übernommen – keine acht Monate nach dem Ende seiner eigenen Spielerkarriere. Was folgte, war bemerkenswert: fünf Titel in kürzester Zeit, darunter die Copa do Brasil 2024 und die Copa Libertadores 2025. Damit avancierte er zum zweiterfolgreichsten Trainer der Klubgeschichte. Von 101 Spielen verlor Flamengo unter ihm nur 15. Das klingt nach einer Bilanz, für die andere Trainer Jahre brauchen.
Doch 2026 brach alles zusammen. Fünf Niederlagen allein in den ersten Wochen des neuen Jahres. Der schlechteste Ligastart seit zehn Jahren. Dazu drei verlorene Endspiele am Stück: der brasilianische Supercup, die Recopa Sudamericana und – besonders schmerzhaft – das Finale im Interkontinental-Cup gegen Paris Saint-Germain, den amtierenden Champions-League-Sieger.

Die vertragsverlängerung im dezember wirkt heute wie eine ironie des schicksals
Erst im Dezember 2025 hatte Luís seinen Vertrag bis 2027 verlängert. Die Verhandlungen hatten sich monatelang hingezogen, immer wieder brachten Gerüchte ihn mit einem Wechsel nach Europa in Verbindung. Er blieb. Zwei Monate später ist er weg.
Das offizielle Statement des Klubs klang nach dem üblichen Abschiedsritual: Dank, Anerkennung, Glückwünsche für die Zukunft. Was es nicht sagte, aber jeder weiß: Flamengo hat keine Geduld für Krisen, egal wie groß die Verdienste davor waren.
Europa wartet – vielleicht schon länger als gedacht
Der ehemalige Linksverteidiger von Atlético Madrid und demFC Chelsea ist 39 Jahre alt, hat fünf Titel als Trainer vorzuweisen und kennt den europäischen Fußball aus über einem Jahrzehnt als Profi. Die Gerüchte über einen Wechsel nach Europa verschwanden nie ganz – sie wurden nur kurz durch die Vertragsverlängerung übertönt. Jetzt ist die Bühne frei. Und Luís dürfte wissen, dass ein Trainer mit seiner Vita auf dem alten Kontinent nicht lange auf Angebote warten muss.
