Fifa ermittelt: eskalation im freundschaftsspiel spanien – ägypten

Die Fußballwelt steht Kopf: Die FIFA hat ein Disziplinarverfahren gegen den spanischen Fußballverband (RFEF) eingeleitet. Anlass sind die hässlichen Zwischenfälle während des Freundschaftsspiels gegen Ägypten, bei denen rassistische und beleidigende Gesänge aus den Rängen des RCDE Stadium in Barcelona drangen.

Verhöhnende rufe und ein stadion im alarmzustand

Bereits kurz nach Spielbeginn entfesselte sich ein Sturm der Entrüstung, als Teile des Publikums den verwerflichen Gesang „Muselmann, der nicht abprallt“ anstimmten. Dieser Vokalchor wuchs im Laufe der ersten Halbzeit unheilvoll an und überschattete die ansonsten fröhliche Atmosphäre, die das Stadion noch kurz zuvor geprägt hatte. Doch damit nicht genug: Auch abfällige Bemerkungen über Vinicius Jr., darunter der beleidigende Ausruf „Vinicius, Strandball“, wurden vernommen.

Ein Sprecher der FIFA bestätigte die Einleitung des Verfahrens und betonte die Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und Rassismus im Fußball. Die Gesänge stellen einen klaren Verstoß gegen die Disziplinarordnung der FIFA dar.

Rfef und stadiondurchsagen warnen – doch die eskalation geht weiter

Rfef und stadiondurchsagen warnen – doch die eskalation geht weiter

Während der Halbzeitpause versuchte der RFEF, mit einer Botschaft auf dem Videowand und einer Durchsage über die Lautsprecheranlage, die Situation zu beruhigen und an die geltenden Gesetze zur Verhinderung von Sportgewalt zu erinnern. Die Warnungen blieben jedoch weitgehend ungehört, denn kurz nach Wiederbeginn der zweiten Halbzeit kam es zu einer erneuten Wiederholung der beleidigenden Gesänge. Erst der laute Gegenprotest eines großen Teils der Zuschauer und die wiederholte Durchsage der Warnungen konnten die Situation etwas entschärfen.

Die RFEF veröffentlichte zudem eine Stellungnahme über ihre Social-Media-Kanäle, in der sie sich gegen Rassismus und Gewalt an den Stadien aussprach. „Wir stehen an der Seite des Fußballs im Kampf gegen Rassismus“, hieß es in der Erklärung.

Politische anfeindungen und respektlosigkeit

Politische anfeindungen und respektlosigkeit

Das schmutzige Schauspiel endete jedoch nicht mit den rassistischen Ausfällen. Schon vor dem Spiel hatte ein Teil des Publikums die ägyptische Nationalhymne ausgepfiffen. Auch gegen den spanischen Regierungschef Pedro Sánchez wurden beleidigende Rufe aus der Menge geäußert. Die Eskalation der Ereignisse wirft ein düsteres Licht auf die Stimmung im spanischen Fußball und stellt die Sicherheitsmaßnahmen an den Stadien in Frage.

Die FIFA wird die Ermittlungen nun mit Hochdruck fortsetzen und die RFEF auffordern, umfassende Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen der spanische Fußballverband für dieses peinliche Kapitel ziehen muss. Ein Faktum ist jedoch unbestreitbar: Die Geschehnisse in Barcelona sind ein trauriger Beweis dafür, dass der Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball noch lange nicht gewonnen ist.