Fichtner schießt sich in die weltspitze – preuß-vakuum erstmals gestopft

Kontiolahti – 15 km, vier Schießeinlagen, null Fehler. Marlene Fichtner schreibt beim Einzel der Biathlon-Damen Geschichte, bevor die erste Scheibe gefallen ist. Platz fünf, beste Deutsche, beste Karriere. Der Rest des DSV-Teams bleibt hängen – an den Scheiben, am Podest, an der eigenen Erwartung.

Null fehler, null preuß – und trotzdem geht ein licht auf

Die 22-Jährige aus Traunstein verpasmt nicht einmal. Während Janina Hettich-Walz zwei letzte Stehend-Platten versenkt und sich „das ganze Jahr verfolgen“ sieht, brennt Fichtner eine Lücke in die finnische Nacht. 1:45 Minuten hinter Siegerin Elvira Öberg – das klingt nach Welt, ist aber Weltklasse. Denn die Schwedin bleibt als einzige ebenfalls fehlerlos, ihre Schwester Hanna folgt mit minimem Rückstand. Schweden-Doppelsieg, Deutschlands neue Hoffnung heißt plötzlich Fichtner.

Vanessa Voigt, Selina Grotian, Julia Tannheimer – alle sammeln Strafminuten wie Sammelbilder. Trotzdem reicht es für Weltcup-Punkte, Rang 20, 25, 28. Es ist das unausgesprochene Statement des Tages: Selbst ein verschossener Tag bringt noch Zähler, aber nur einer bringt Glanz. Fichtner.

Preuß-ära vorbei – öberg-ära beginnt

Preuß-ära vorbei – öberg-ära beginnt

Franziska Preuß hat ihre Kugel abgegeben – die Kristallkugel. Die Französin Lou Jeanmonnot führt die Disziplinenwertung trotz 35. Platz heim, weil sie vorher zu viel Vorsprung hatte. Die Öberg-Schwestern dagegen führen das Rennen. Elvira gewinnt, Hanna wird Zweite, Schweden jubelt, Deutschland staunt. Die deutsche Krise? Noch nicht gelöst. Aber ein heller Fleck taucht auf – und der kommt aus Bayern.

Fazit: Fünf Deutsche in den Punkten, eine im Scheinwerfer. Fichtner lacht in die Kamera, macht ein Herz – und macht klar: Ohne Preuß geht es weiter, nur eben mit jemandem, der gerade erst beginnt.