Feller wirft das handtuch: keine kranjska gora, kein finale – operation steht an

Manuel Feller ist raus. Der Slalom-König von Kitzbühel sagt die letzten beiden Weltcup-Rennen ab und lässt sich am Rücken und in der Leiste operieren. Für Österreichs Skifahren verliert damit einer der letzten strahlenden Hoffnungsträger abrupt den Saison-Faden.

Fellers körper fordert den tribut

Fellers körper fordert den tribut

Die Entscheidung fiel nicht am Montagmorgen, sondern wuchs monatelang zwischen Schmerztabletten, Nervenentzündungen und jenen mentalen Abgründen, die er selbst als „besonders schwierig“ bezeichnet. Ischias seit zehn Jahren, ein Leistenbruch, eine Schambein-Entzündung – das alles nagt an jedem Schwung, jedem Torstich. Nach dem Silber von Cortina schien die Saison noch offen, doch die Zähne des Skifahrers waren bereits auf Stumpf gedreht.

Der 33-Jährige reiste heim, statt nach Slowenien. Er wird weder in Kranjska Gora noch beim Finale in Sölden starten. Stattdessen liegt er bald auf dem Operationstisch, zweimal. Die Bandscheibe soll entlastet, die Leiste repariert werden. Ein Karriereende? „Keine Debatte“, sagt sein Umfeld. Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache: Kein ÖSV-Slalomfahrer war in diesem Winter so oft außerhalb der Top-15 wie Feller. Nur das Heimrennen in Kitzbühel glühte noch einmal alte Magie.

Die Pause wird mindestens sechs Monate dauern. Das bedeutet: keine Vorbereitung auf dem Gletscher, kein Sommer-Training auf der Buckelpiste in Hintertux. Wer in der Skiszene nachfragt, hört leise Sätze wie „Fellers Schmerzgedächtnis ist voll“ oder „Er braucht eine komplette Neujustierung“. Die Alpin-Direktion schweigt, weiß aber: Ohne Feller droht im Slalom ein Vakuum. Riccardo Haaser ist verletzt, Marco Schwarz pendelt zwischen Licht und Schatten. Johannes Strolz? Fahrer für Top-Ten, nicht für Podeste.

Feller selbst schickt via SMS einen letzten Satz: „Ich komme zurück, stärker.“ Kein Ausrufezeichen, nur ein Punkt. Genau wie seine Saison – kein großes Finale, nur ein abrupter Punkt. Ob dahinter ein neuer Satz beginnt, entscheidet nicht der Athlet, sondern der Körper. Und der tickt leiser als jedes Tor.