Feldhoff schießt bayern ab – und reißt sich das kreuzband
Markus Feldhoff legte am 9. März 1997 drei Tore gegen den FC Bayern, stand zwei Wochen später mit einem zerrissenen Kreuzband auf dem Rasen – und seine Karriere war nie mehr dieselbe.
Das spiel, das alles versprach
Regen prasselte auf die Ulrich-Haberland-Straße, drinnen tobte ein Sturm namens Leverkusen. Feldhoff, eigentlich nur Notnagel für die angeschlagenen Stars Kirsten und Meijer, wurde zum Henker der Münchner. Schon nach drei Minuten traf Paulo Sergio, Feldhoff selbst erhöhte kurz vor der Pause auf 3:0. Die Bayern-Defensive um Lothar Matthäus wirkte wie in Zeitlupe, Oliver Kahn fluchte sich durch den Matsch. Christoph Daum hatte vor Anpfiff gesagt: „Du kannst mehr Tore schießen als Meijer.“ Was für eine Prophezeiung.
Die zweite Hälfte brachte den Ehrenruhr durch Nerlinger und Basler, doch Feldhoff schlug zurück. 80. Minute: Ecke, Gewühl, Rechtsschuss, 4:2. Vier Minuten später: Konter, Kahn am Boden, Fallrückzieher, 5:2. Sat.1-Reporter Kai Ebel schrie sich heiser, im Stadion sang man nur noch „Wer wird deutscher Meister?“.

Der preis für einen abend der träume
Im Studio bekam Feldhoff eine VHS-Kassette überreicht, auf der Trapattoni bayrisch fluchen hörte. Der Präsident der Bayern, Franz Beckenbauer, sprach von „desolat“ und warnte: „Die müssen aufpassen, dass sie nicht untergehen.“ Doch der große Knall folgte nicht der Bayern, sondern Feldhoff. Freiburg, 22. März, 72. Minute, Foul an der Seitenlinie – Knack, Kreuzband. Fertig.
65 weitere Bundesliga-Spiele, nur noch sieben Treffer. Die Karriere des damaligen 22-Jährigen verpuffte zu einem Nebensatz in den Statistikbüchern von Gladbach, Wolfsburg und Cottbus. Heute fragt ihn kaum jemand nach seiner Zeit als Co-Trainer in Bochum. Stattdessen wollen alle wissen: „Wie war’s, als du die Bayern versenktest?“
Feldhoff lacht dann kurz, verzieht den Mund zu einer Grimasse. „Drei Tore gegen Kahn, das war mein Leben. Danach habe ich nur noch überlebt.“
