Frankfurt will heidenheim zerlegen – rieras defensive macht jagd auf nächstes nuller

Albert Riera hat den Knall nicht gehört, er hat ihn angezündet. Seit der Spanier auf der Frankfurter Bank sitzt, kassierte die Eintracht nur vier Gegentore – so wenig wie kein anderes Bundesliga-Team in diesem Zeitraum. Gegen den 1. FC Heidenheim, der seit zwölf Spielen sieglos ist und mit 57 Gegentoren die penetranteste Defensive der Liga stellt, droht heute im Deutsche Bank Park ein Ergebnis, das sich nicht einmal die Sky-Kommentatoren merken können.

Rieras zauberformel: null gegentore, 17 prozent effizienz

Die Zahlen sind laut, obwohl sie in keinem Stadiondurchsagertext vorkommen: Frankfurt bringt 287 Torschüsse auf das Konto – Platz 17 in dieser Statistik. Die Antwort der Torausbeute: 17 Prozent verwandelte Chancen, nur der FC Bayern trifft noch kaltschnäuziger. Das ist kein Zufall, sondern eine clevere Reaktion auf die eigene Schwäche. Statt Ballbesitz-Fußball à la 2009 spielt Riera ein Vertikal-Konzept, das sich auf Konter und Standards spezialisiert. Das Ergebnis: drei Mal in Folge ohne Gegentor, genau so oft wie in den ersten 20 Saisonspielen zusammen.

Heidenheim reist mit einer mentalen Hypothek an den Main. Frank Schmidts Mannschaft kassierte in den letzten sieben Partien jeweils das erste Gegentor, blieb in den letzten beiden Auswärtsspielen ohne eigenen Treffer und wartet seit 26 Pflichtspielen darauf, einmal zu Null zu spielen. Luca Kerber durfte sich nach seinem Doppelpack gegen Hoffenheim in die Geschichtsbücher eintragen, aber selbst er weiß: Wenn du hinten Wasser kippst, bringt dir vorne auch kein Doppelpack drei Punkte.

Die frankfurter weste und die frage nach krösche

Die frankfurter weste und die frage nach krösche

Die Personalie Markus Krösche schwebt wie ein leiser Begleitton über dem Rasen. Seit 2021 schreibt der Sportvorstand schwarze Zahlen, liefert jährliche Transferplus und schickt trotzdem eine schlagkräftige Truppe aufs Feld. Nun sickert durch, dass der Vertrag bis 2028 eventuell doch nicht in Stein gemeißelt ist. Wirtschaftliche Vorgaben, so heißt es, erschweren seine Langfristplanung. Für Riera ist das Nebengeräusch – er will heute die weiße Weste wahren und mit einem Sieg die Europa-League-Plätze fest im Visier.

Die Bilanz spricht eine klare Sprache: Sechs Pflichtspiele gegen Heidenheim, fünf Siege, ein Remis, kein einziges Gegentor in Frankfurt. Wer diese Serie kennt, weiß auch, warum die Wettbüros kaum einen Satz für Heidenheim hergeben. Anstoß ist um 15.30 Uhr, live auf Sky und im Sport1-Liveticker. Für Schmidt beginnt dort ein neuer Anlauf, endlich den Bann zu brechen; für Riera ein weiterer Schritt, um sich in die Chronik der Eintracht einzuschreiben. Die Fans werden sich an diesem Samstag nicht die Karten für Mai sichern – sie wollen ein Signal, dass der Frühling in Frankfurt längst begonnen hat.