Fcb-präsident degen jagt sommer – und wartet auf einen anruf

David Degen hat den großen Knall schon vorab eingeläutet. Im Klubpodcast „Achzädreyenünzig“ verriet der Präsident des FC Basel, dass er auf Yann Sommer wartet – und zwar buchstäblich. „Ich hoffe, dass er bald anruft“, sagt der 42-Jährige. Dahinter steckt kein Geheimnis, sondern ein Wunschtraum: Der Schweizer Europameister soll zurück in die Super League, ins St. Jakob-Park-Tor.

Sommer steht noch unter vertrag – aber die wunschvorstellung lebt

Inter Mailand zahlt Sommer ein Gehalt, von dem Basel seit Jahren nur träumen kann. Doch Degen spielt offen mit der Sehnsucht. „Er weiß Bescheid – er muss ein Signal geben“, fordert der Klubchef. Was klingt wie ein Ping-Pong der Gerüchte, ist in Wahrheit ein Balanceakt: Degen will den fansliebenden Weltklassekeeper, aber er will auch nicht den Eindruck erwecken, ein günstiges Sommer-Schnäppchen zu forcieren. Die Taktik: öffentlich Druck aufbauen, privat die Tür offenhalten.

Parallel laufen die Planungen für den Fall, dass der Telefonanruf nie kommt. Jonas Omlin ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der 30-Jährige war 2020 für 3,5 Millionen Euro nach Montpellier abgewandert, sein Vertrag läuft 2025 aus. Degen nennt ihn einen „super Typ“ und bestätigt, dass Omlin auf der Liste steht. Doch die Rangfolge ist klar: „Wenn beide Optionen möglich sind, beschäftigen wir uns bestmöglich mit Yann.“

Die message an die eigene mannschaft: leistung zuerst, transfer zweitrangig

Die message an die eigene mannschaft: leistung zuerst, transfer zweitrangig

Denn der Präsident hat nicht nur die Torwart-Frage auf dem Tisch, sondern auch die jüngsten Auftritte seiner Feldspieler. In den vergangenen Wochen schwappte Kritik über mangelnde Leidenschaft und ideenlose Punkteverluste. Degen nutzt die mediale Bühne, um zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Er schürt die Sommer-Romantik und erinnert gleichzeitig den Kader daran, dass keine neue Nummer 1 die Defensivschwäche allein kitten wird.

Was heißt das konkret für die Fans? Wenn Sommer die Gedankenspiele der Mailander Verantwortlichen liest und sich für ein Engagement in der Heimat offenbart, könnte der Transfermarkt in Basel schon im Januar brodeln. Die Leihvariante wäre teuer, aber nicht unmöglich. Verlässt Inter den Schlussmann im Winter, winkt ein halbes Jahr Einsatzzeit – und ein Anzug, der dem FCB in der Qualifikation zur Europa League neue Impulse geben würde.

Fällt der Anruf aus, rückt Omlin in den Fokus. Dann spricht vieles für eine Rückkehr in die Schweiz, wo er einst mit 17 Bundesliga-Spielen für Basel den Durchbruch schaffte. Die Ablöse wäre moderat, die Gehaltsstruktur liegt im Rahmen. Doch selbst das Szenario Omlin hat einen Haken: Der Keeper muss zunächst wieder fit werden, nachdem eine Kreuzband-Operation ihn monatelang außer Gefecht gesetzt hatte.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass der FC Basel in der kommenden Saison nicht einfach nur einen neuen Torhüter präsentieren will, sondern ein Statement. Mit Sommer würde der Verein ein Ausrufezeichen setzen, mit Omlin ein verlässliches Fragezeichen. David Degen sitzt am längeren Hebel – und wartet. Ob das Telefon klingelt, entscheidet sich vermutlich schon in den nächsten Wochen. Bis dahin heißt es für die Fans: Lautlos mitfiebern und die Mailbox im Kopf schon mal auf Sommers Stimme einstellen.