Fc sion nagelt didier tholot fest: vertrag bis 2029, kompletter stab bleibt

Endlich mal keine Scherben, sondern Planungssicherheit: Der FC Sion verlängert mit Didier Tholot und seinem gesamten Trainerstab bis 2029. Ein Novum in der turbulenten Constantin-Ära.

Sion setzt auf kontinuität statt feuertonne

Wer die letzten zehn Jahre im Wallis verfolgt hat, kennt das Ritual: Trainer kommt, Trainer geht, meist mit einem Paukenschlag und einem fetten Abfindungscheck. Die Statistik spricht Bände: seit 2003 wechselten 24 verschiedene Coaches den Sittener Stuhl. Jetzt kommt der Bruch. Tholot, 62, unterschreibt nicht nur selbst, er nimmt auch Co-Trainer Jérôme Facklam, Athletikchef Grégory Dufour und Torwartcoach Cédric Mouret mit ins langfristige Abenteuer.

Die Zahlen rechtfertigen den Vertrauensvorschuss: 250 Pflichtspiele an der Seitenlinie, zwei Cupsiege (2011, 2015) und vor allem der souveräne Aufstieg in die Super League 2024. Tholot ist damit dienstältester und erfolgreichster Coach der Klubgeschichte zugleich. Präsident Christian Constantin, sonst kein Mann großer Worte, schickt eine klare Botschaft: „Didier versteht unsere DNA. Er baut nicht nur Mannschaften, er baut Charakter.“

Gehaltszange statt riesentransfer

Gehaltszange statt riesentransfer

Parallel zur Trainerverlängerung zieht Sportdirektor Barthelemy Constantin den nächsten Stabilitätshebel: Generaldirektor Marco Degennaro bleibt bis 2031. Der 46-jährige Italiener hatte die Lizenzauflagen der Swiss Football League entschärft, das Budget saniert und neue Sponsoren ins Boot geholt. Kein Luxuskader, dafür eine klare Philosophie: junge, hungrige Spieler mit Walliser Wurzeln, kombiniert mit erfahrenen Leistungsträgern. Transferminus 2024: gerade einmal 1,3 Millionen Euro – ein Klacks im Vergleich zu früheren Shopping-Touren.

Die Konkurrenz schaut neidisch. Leader Thun musste sich zuletzt mit vier Eigengewächsen aus dem Team der Runde zufriedengeben; Sion dagegen kann mit der Rückkehr in die Super League planen, ohne den Trainerfrust als Sargnagel zu fürchten. Tholots Credo: „Wir wollen nicht überleben, wir wollen angreifen.“

Die Fans feiern die Ruhe. Vor drei Jahren noch tobten sie gegen Constantin, heute skandieren sie „Didier bleibt“ – und meinen damit mehr als nur einen Coach. Sie meinen ein Projekt, das endlich wieder Perspektive verspricht. Wenn der erste Super-League-Gegner in die montehende Stade de Tourbillon kommt, steht Sion nicht mit dem Rücken zur Wand, sondern mit einem Langzeitplan im Rucksack. Und das ist im Wallis so neu wie ein verschneiter Sommer.