Fazio schmeißt die samstag-show auf neun: picone, pif und giusy buscemi im fadenkreuz
Mailand, 22. März, 10:33 Uhr – Fabio Fazio zieht nach der Quoten-Rakete von letzter Woche erneut alle Register. 1,45 Millionen Zuschauer und 8,2 % Share in der Prime-Time – für den italienischen Talk-Giganten ein Signal, noch einen Gang höher zu schalten.
Um 19.30 Urtiert er auf NOVE, begleitet von seiner Stammcrew Luciana Littizzetto und Filippa Lagerbäck, durch eine Sendung, die sich von Politik über Kino bis zur Musik schraubt. Das Line-up liest sich wie ein Who-is-Who des italienischen Showbiz: Ficarra & Picone, Pif und Schauspielerin Giusy Buscemi. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola liefert den politischen Gegenpol.
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Warum diese ausgabe mehr ist als ein talk
Fazio setzt damit ein Kontraprogramm zu den üblichen Samstags-Tretmühlen. Discovery+ streamt parallel, das Zielpublikum liegt jenseits der klassischen TV-Konservativen. Die Mischung aus Comedians, Filmemacher und Spitzenpolitikerin zielt auf jene Zuschauer, die zwischen Netflix und Nachrichten hangeln.
Die Quote der Vorwoche war kein Zufall. Die Redaktion setzt auf Tempo: weniger Seitenblick, mehr Fakt, kürzere Blöcke, größere Namen. Pif bringt seine Satire-Mär vom kleinen Mann, Ficarra & Picone liefern Slapstick-Feeling, Buscemi erzählt vom neuen Filmset in Sizilien. Metsola muss dagegen über Sanktionen, Migration und EU-Wahl kämpfen – live, ohne Cut.
Interessant: Die Sendung liegt zeitlich vor der Champions-League-Nacht auf Amazon. Ein bewusstes Zugeständnis an jene Zuschauer, die vor dem Fußball noch Kulturkonsum wollen. Fazio positioniert sich damit als Pre-Game-Event für Couch-Potatos, die sich nicht zwischen Talk und Turin entscheiden müssen.
Die Bilanz dürfte wieder einmal zwiegespalten ausfallen: Quotenhit in Norditalien, Schnitt im ländlichen Süden. Doch die Social-Media-Traktion ist längst gesichert: Pifs Twitter-Gags, Buscemis Instagram-Stories, Metsolas Live-Statements – Content, der über den Sendeschluss hinaus weiterkocht.
Für uns Sportler ein interessanter Nebeneffekt: Der Sendeplatz um 19.30 Uhr ist jener Timeslot, den Eurosport und DAZN für Vorberichte nutzen. Fazio kapert also rein technisch die Aufmerksamkeit, bevor der Ball rollt. Ein Schachzug, der den italienischen Markt für Streaming-Konzerne noch enger macht.
Ob die 8,2 % Share Bestmarke bleiben oder ein neues Hoch folgt, entscheidet sich heute Abend. Fakt ist: Fazio hat den Samstag vor der Champions League für sich beansprucht – und niemand will ihm diesen Platz streitig machen.
