Evenepoel verzichtet auf roubaix-debüt: team zieht die strippen
Schock in der Radsportwelt: Remco Evenepoel, der zweifache Olympiasieger, wird am Sonntag nicht bei Paris-Roubaix an den Start gehen. Obwohl der Belgier nach seinem starken Auftritt bei der Flandern-Rundfahrt ein Interesse signalisiert hatte, hat sein Team Red Bull-Bora-hansgrohe ihm die Teilnahme verboten. Eine überraschende Kehrtwende, die die Ambitionen des jungen Superstars und die strategischen Überlegungen seines Arbeitgebers verdeutlicht.

Fokus auf lüttich: die ardennen rufen
Die Entscheidung des Teams ist eindeutig: Evenepoel soll seine Kräfte für Lüttich–Bastogne–Lüttich am 27. April bündeln. Dort will der 26-Jährige seinen dritten Sieg in Folge einfahren und seine Dominanz in den Ardennen-Klassikern untermauern. „Remco wird sich wie geplant auf die Ardennen konzentrieren“, bestätigte ein Teamsprecher gegenüber Sporza. „Paris–Roubaix ist zwar ein attraktives Ziel, aber im Moment liegt unser Fokus klar auf Lüttich.“
Ein Debüt auf Eis: Nach seinem dritten Platz bei der Flandern-Rundfahrt hatte Evenepoel kurzzeitig ein mögliches Engagement bei Paris-Roubaix in Erwägung gezogen. Doch die Verantwortlichen von Red Bull sahen die Risiken – insbesondere angesichts der bevorstehenden Ardennen-Klassiker – als zu hoch an. Der Kopfsteinpflaster-Klassiker ist bekannt für seine brutalen Bedingungen und hohe Ausfallrate. Ein Sturz oder technische Defekte könnten Evenepoels Form vor Lüttich gefährden.
„Ich lasse die Tür offen, aber ich glaube, andere haben sie bereits geschlossen“, kommentierte Evenepoel selbst die Situation. Seine Worte deuten auf eine gewisse Enttäuschung hin, verdeutlichen aber auch das Dilemma, in dem sich ein Radprofi befindet, wenn Teaminteressen Vorrang vor persönlichen Ambitionen haben. Der Zeitfahr-Weltmeister, der seit Beginn des Jahres für Red Bull fährt, muss sich nun mit einem veränderten Programm arrangieren.
Die Entscheidung von Red Bull wirft Fragen auf: Ist die Belastung durch Paris-Roubaix für einen Fahrer, der auf die Ardennen fokussiert ist, zu hoch? Oder handelt es sich um eine taktische Entscheidung, um Evenepoels Konzentration auf Lüttich zu gewährleisten? Die Zahlen sprechen für sich: Evenepoel hat in den letzten zwei Jahren seine Klasse in den Ardennen bewiesen und will diese Erfolgsserie fortsetzen. Ein Start in Roubaix hätte ein unnötiges Risiko dargestellt.
