Euroliga: franquise-revolution ab dem 1. juli!
Die europäische Basketball-Elite steht vor einem epochalen Umbruch. Ab dem 1. Juli wird die Euroliga ihre Struktur grundlegend verändern und den Weg für eine langfristige Expansion ebnen. Dreizehn Klubs werden zu permanenten Franchises, was den Wert der Liga und ihrer Teams um schätzungsweise 25 Prozent steigern könnte – und das ist erst der Anfang.
Die rechtlichen hürden sind genommen
Nach Informationen von Eurohoops und Bestätigung durch MARCA sind die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Transformation geschaffen. Dieser Schritt markiert einen Wendepunkt für die Euroliga und signalisiert ein ambitioniertes Wachstumspotenzial. Die Umwandlung in Franchises wird zunächst keine Kosten für die bestehenden Klubs verursachen, während neue Teams mit Investitionen zwischen 50 und 90 Millionen Euro rechnen müssen, abhängig von Faktoren wie der Marktattraktivität und der historischen Bedeutung des Vereins.
Mehr als 400 Millionen Euro sollen durch die Eintrittsgebühren neuer Franchises generiert werden, was den Gründungsmitgliedern jeweils über 30 Millionen Euro zugutekommt. Derzeit gibt es bereits mehr als 17 Angebote von Klubs, Städten und Investorengruppen, die sich um eine Franchise in der Euroliga bewerben. Partizan Belgrad und Roter Stern sind hierbei besonders hervorzuheben, aber auch Städte wie London, Rom und Berlin haben ihr Interesse bekundet.

Expansion in zwei phasen geplant
Die erste Erweiterung, die für die Saison 2027/28 geplant ist, soll die Euroliga auf 24 Teams aufstocken und zwei direkte Aufstiegsplätze aus der Eurocup garantieren. Eine zweite Expansionswelle sieht eine weitere Ausweitung auf 30 Teams im Jahr 2028 oder 2029 vor, was möglicherweise eine Neugestaltung des Wettbewerbsformats, beispielsweise durch die Einführung von Konferenzen oder Divisionen, erforderlich macht.
Ein entscheidender Vorteil für die neuen Franchises wird die gleichberechtigte Teilhabe an der wirtschaftlichen Verteilung sein, inklusive Zugang zum sogenannten Market Pool – ein signifikanter Unterschied zum bisherigen Sports Pool. Zudem erhalten sie das Recht, an den Entscheidungen der Europäischen Basketballliga (ECA) teilzunehmen und abzustimmen. Allerdings werden sie nicht an der Verteilung der Gewinne aus der Franchise-Expansion selbst beteiligt, den erwähnten 400 Millionen Euro.
Die Bewertung des gesamten Euroliga-Ökosystems wird sich nach dieser Transformation auf schätzungsweise 4,3 Milliarden Euro belaufen. Die erste Bewertungswelle der neuen Franchises beginnt in der ersten Juliwoche, wenn ein Data Room für interessierte Klubs, Städte und Investoren geöffnet wird. Die Entscheidung, wer in den exklusiven Kreis aufgenommen wird, wird dann auf Basis der eingereichten Vorschläge getroffen.
Die Euroliga schreibt damit ein neues Kapitel ihrer Geschichte, eines, das von Wachstum, Investitionen und einer deutlich erweiterten Reichweite geprägt sein wird. Die Zukunft des europäischen Basketballs sieht rosiger aus denn je.
