Euroleague-chef chus bueno: wir wollen den basketball in europa mit milliarden aufblasen

Chus Bueno hat keine Zeit für kleine Schritte. Seit 60 Tagen lenkt der frühere NBA-Stratege die EuroLeague – und schon schickt er Zahlen durch die Hallen, die selbst Eigentümer aus den Sitzen hieven: 2,5 Milliarden Euro soll die Liga in drei Jahren wert sein, eine Milliarde jährlich könnte eine neue Fan-Plattform allein über Abos, Merch und Ticketing verdienen. Der Clou: Die Klubs sollen zu Franchises werden, mit ewiger Lizenz und 30 % höherem Marktwert. Geht nicht? Geht nur.

Warum der nba-geldregen europa spaltet

Die NBA hat fünf Milliarden versprochen, um hier einen eigenen Wettbewerb zu starten. Bueno lächelt, als wäre das ein Druckmittel und kein Geschenk: „Wenn das Geld kommt, warum nicht gemeinsam verpulvern statt gegeneinander?“ Die Rechnung klingt einfach: Fracture the market – und alle verlieren. Deshalb setzt Bueno auf Fusion statt Konkurrenz. April-Termin mit Commissioner Adam Silver bereits gebucht.

Doch die Fronten sind nicht so klar, wie der Spanier das gern hätte. Kein einziger aktueller EuroLeague-Klub hat bislang Interesse an NBA Europe angemeldet. Stattdessen tummeln sich Hedgefonds, Tech-Investoren und arabische Staatsfonds in der Datenraum-Warteschleife. Bueno zuckt mit den Schultern: „Jeder klopft bei uns an, sobald er merkt, dass ein Start-up mehr Risiko bedeutet als ein Upgrade des Bestehenden.“

Real Madrid und Fenerbahce zögern, ihre Langzeit-Unterschriften zu setzen. Beide flirten mit der NBA. Bueno gibt sich gelassen: „Wir haben ein Board am 14. April. Bis dahin wollen wir wissen, wer dabei ist, um 18, 20 oder 22 Teams und eventuell zwei Conferences zu planen.“ Klingt nach Deadline, ist aber ein Ultimatum im Festtagsanzug.

Italia als nächstes goldbecken

Italia als nächstes goldbecken

Während die Großmächte pokern, schickt Bueno SMS an Trento, Venedig und Neapel. „Why not?“ sagt er und meint damit eine dritte italische Franchise. Rom? „Mega-Markt, aber ich bin vorsichtig. Wer dort baut, braucht mehr als ein Logo – er braucht ein halbes Stadion und ein ganzes Fundament.“

Mailand bleibt dennoch Zankapfel. Gerüchte, dass Milan oder Inter eine neue Basketball-Flagge hissen wollen, weist Bueno zurück: „Es gibt nur eine Basketball-Adresse in Mailand – und die heißt Olimpia. Wer investieren will, sollte bei 90 Jahren Geschichte anklopfen, nicht bei 90 Tagen PR.“

Der digitne goldrausch beginnt 2025

Der digitne goldrausch beginnt 2025

Plattform „EuroLeague+“ soll 2025 live gehen: Spiele, Betting, NFT-Sammelbildchen, Fantasy-Ligen, alles in einem Kanal. 10 Millionen Super-Fans, je 100 Euro im Jahr – das ergibt die magische Milliarde. Backend-Entwickler arbeiten schon in Schichten. „Wir wollen wissen, wann ein Fan Pizza bestellt, nicht nur wann er Pau Gasol tweetet“, sagt Bueno.

Den Russen und Israelis wird auch 2024/25 das Heimspielverbot bleiben, „Tag für Tag beobachten wir die Karten“. Sanktionen und Sicherheit gehen vor Sport. Doch selbst das sei nur eine Variable im Expansionsplan, kein K.o.-Kriterium.

Am Ende bleibt ein Fakt: Erstmals stehen fünf Milliarden Euro bereit, um europäischen Basketball zu professionalisieren. Ob die EuroLeague sie abräumt oder die NBA sie versenkt, entscheidet sich in den nächsten 30 Tagen. Bueno schließt das Gespräch mit einem Satz, der wie ein Sprungball klingt: „Wer jetzt wartet, verliert. Wer mitspielt, verdoppelt seinen Wert.“ Die Uhr tickt. Die Liga zählt. Die Fans dürfen zuschauen – und bald mitmachen, 9,99 Euro im Monat.