Inter-skandal: staatsanwalt verhört funktionär – geht es um einflussnahme?

Mailand – Der italienische Fußball steht erneut im Rampenlicht, und diesmal geht es um Vorwürfe der Einflussnahme auf Schiedsrichterentscheidungen. Giorgio Schenone, langjähriger Funktionär des FC Internazionale Milano, soll am morgigen Tag von der Mailänder Staatsanwaltschaft vernommen werden. Der Fall wirft ein dunkles Licht auf die Integrität des italienischen Fußballs und könnte weitreichende Konsequenzen haben.

Die rolle von giorgio schenone im visier

Die rolle von giorgio schenone im visier

Schenone fungiert seit Jahren als Schnittstelle zwischen Inter und der Schiedsrichterwelt. Seine Kontakte zu den Offiziellen der Associazione Italiana Arbitri (AIA) und insbesondere zu dem bis Sommer 2025 zuständigen Riccardo Pinzani stehen nun im Zentrum der Ermittlungen. Staatsanwalt Maurizio Ascione will klären, wo die Grenze zwischen legitimen Beschwerden und dem Versuch, Schiedsrichterentscheidungen zu beeinflussen, verläuft. Das ist ein heikles Feld, denn jeder Verein hat das Recht, auf Fehlentscheidungen hinzuweisen, aber die Grauzone beginnt, wenn dieser Hinweis in unzulässigen Druck umgemünzt wird.

Ein besonderer Fokus liegt auf einem Treffen am 2. April in San Siro, das offenbar Gegenstand der Ermittlungen ist. Natürlich ist ein kurzer Austausch zwischen einem Vereinsvertreter und dem Schiedsrichterdesignator am Spielfeldrand nicht ungewöhnlich. Der italienische Fußballverband (FIGC) hat jedoch klare Richtlinien: Regelmäßige Kontakte zu Schiedsrichtern sind untersagt. Stattdessen sollen die Vereine sich an die FIGC-Vertreter (zuerst Pinzani, jetzt De Marco) wenden, nicht direkt an Rocchi, den obersten Schiedsrichterdesignator.

Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Neben Schenone wurden bereits weitere Personen vernommen, darunter Pinzani selbst und Andrea Butti, der für die Wettbewerbsabteilung der Serie A zuständig ist. Die Staatsanwaltschaft versucht, ein umfassendes Bild der Geschehnisse zu zeichnen und die Verbindungen zwischen den verschiedenen Akteuren aufzudecken. Es gilt herauszufinden, ob es ein System gab, um Schiedsrichter zu beeinflussen, und wer daran beteiligt war.

Die Vernehmungen zeigen, dass die Staatsanwaltschaft die Angelegenheit sehr ernst nimmt. Die bisherigen Zeugenaussagen deuten auf ein komplexes Netz von Kontakten und informellen Absprachen hin. Die Frage ist nun, ob sich daraus ein strafrechtlich relevantes Verhalten ergibt.

Die italienische Fußballfans sind schockiert und fordern Aufklärung. Die Serie-A-Liga muss jetzt handeln, um das Vertrauen in den Wettbewerb wiederherzustellen. Die Ermittlungen sind noch im Gange, aber eines ist klar: Der Fall Schenone könnte den italienischen Fußball nachhaltig verändern.