Euroleague-aus für bayern: belgrad wirft münchen raus – pokal jetzt pflicht

Die Nacht war noch jung, da war das Aus schon besiegelt. Roter Stern Belgrad zertrümmerte mit einem 108:100 nach Verlängerung in Vitoria nicht nur die Träume von Baskonia, sondern auch die von Bayern München. Die Münchner Basketballer verpassen die Play-ins der Euroleague – und das, obwohl ihre Saison noch fünf Spiele läuft.

Die Rechnung war schnell gemacht: Platz 16, 13 Siege, 20 Niederlagen, 2,5 Spiele Rückstand auf Rang 10. Selbst ein Saison-Endspurt wie damals 2022, als sie bis ins Viertelfinale stürmten, würde nichts mehr nützen. Die Mannschaft von Svetislav Pesic darf ihre Koffer packen – Europa ist vorbei, bevor der Frühling richtig beginnt.

Pesic ruft krisenmodus aus

Im Training am Nachmittag war die Stimmung laut Augenzeugen „betonhart“. Pesic ließ seine Spieler Sprint um Sprint absolvieren, die letzte Hoffnung auf ein Wunder hatte sich in Schweifkörperarbeit verwandelt. „Wir haben international versagt“, soll der Serbe gesagt haben, „nun müssen wir national beweisen, dass wir nicht nur ein teures Pyjama sind.“

Der Blick richtet sich auf die Bundesliga. Dort steht Bayern nach 19 Spielen auf Platz eins, punktgleich mit Bonn, aber mit dem besseren Korbverhältnis. Die Play-offs starten Mitte Mai, der Pokal ist bereits verloren – Halbfinale, Aus, Ende. Die Meisterschaft bleibt das einzige Trophäenfenster. Und der Druck wächst, denn der Klub investierte in diesem Sommer mehr als je zuvor in den Kader.

Am Donnerstag kommt Schlusslicht ASVEL Lyon in den SAP Garden. Tickets sind noch verfügbar – was vor zwei Wochen undenkbar war. Die Fans wollen Antworten sehen, nicht Trost. Die Spieler wollen sich selbst beweisen. Die Geschäftsführung will Schadensbegrenzung. Drei Wünsche, ein Spiel.

Der zeitplan lügt nicht

Der zeitplan lügt nicht

Noch fünf Euroleague-Partien stehen auf dem Plan, dann folgt ein freier April, bevor die BBL-Postseason losgeht. Das ist kein Geschenk, es ist ein Spiegel. Die letzte Euroleague-Pleite gegen Zalgiris Kaunas war symptomatisch: 19 Punkte Führung verspielt, 71:78 am Ende. „Wir lernen nicht dazu“, sagte Andreas Obst damals. Die Zahlen sprechen: In den letzten fünf Minuten kassiert Bayern durchschnittlich 11,4 Punkte – schlechtester Wert der Liga.

Die Saison 2023/24 wird als die mit dem höchsten Budget und der geringsten Ausbeute in die Annalen eingehen. Seit 2021 haben die Münchner 38 Euroleague-Spiele verloren, nur 28 gewonnen. Die Quote sank von 58 % auf 39 %. Das ist kein Ausrutscher, das ist eine Trendwende nach unten.

Und trotzdem: In der Bundesliga sind sie Favorit. Das sagt mehr über die Konkurrenz aus als über Bayern. Bonn fehlt die Tiefe, Alba Berlin die Konstanz, Bamberg das Geld. München hat alles – außer Zeit. Die Uhr für die Rettung dieser Saison läuft bereits. Am 1. April kommt Fenerbahce, ausverkaufte Halle, europäische Leiche im eigenen Wohnzimmer. Dann heißt es: Letzter Applaus, danach wird umgeräumt.