Etta eyong löst sich mit löwen-torfluch – trifft plötzlich für kamerun
Sechs Monate lang war er im Levante-Trikur blind, jetzt schoss er in Melbourne wieder ein. Etta Eyong traf zum 2:0 gegen China – und beweist: Der Stürmer lebt, nur nicht im Club.
Die zahlen, die levante verrückt machen
32 Pflichtspiele diese Saison, nur fünf Treffer dabei – und kein einziges Mal netzte er für den Klub, seit Weihnachten. Carlos Espí schoss inzwischen sieben Tore, übernahm die Torjäger-Krone und damit auch den Stammplatz. Luís Castro ließ Eyong zuletzt zweimal in Folge komplett draußen, ein Wechsel-Gerücht war die logische Folge. Doch die Antwort des 26-Jährigen kam nicht im Ciutat de València, sondern 17.000 Kilometer entfernt im Marvel Stadium.
Dort lieferte er die Antwort in 63 Minuten: Einmal rechts in den Strafraum gestartet, einmal links mit dem Spann einnetzen. Die torlose Serie endet bei 546 Minuten Länderspielpause – und bei 558 Minuten im Levante-Dress. Der Kontrast ist brutaler als ein Ellbogencheck: Zwischen seinem letzten Pflichtspieltor für die Granotas (13. Dezember gegen Gabon) und dem Freundschaftstreffer liegen 178 Tage. Genug Zeit, um sich selbst zu hinterfragen, sagte er der kamerunischen Presse: „Ich weiß, dass ich für Levante mehr bieten muss. Dieses Tor soll der Startschuss sein.“

Castro fordert, der markt lauert
Doch der Trainer reagiert kühl. Auf der Pressekonferenz vor dem Liga-Spiel gegen Alavés sprach Castro von „aufwändiger Analyse“ und „Konkurrenz, die sich verschärft“. Das ist Diplomaten-Deutsch für: Er wartet auf Durchbruch oder Ablöse. Denn die Klubführung plant schon mit einem Szenario ohne Eyong. Laut Inner-Kreisen soll ein Leihgeschäft nach Saudi-Arabien im Sommer auf dem Tisch liegen – 1,8 Millionen Euro Ablöse für 50 Prozent der Rechte. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Levante ihn 2024 für 3,2 Mio. aus Lens holte.
Fans diskutieren indes über Extrawürste. „Warum darf Espí patzen und bleibt drin, Eyong muss draußen sitzen?“, lautet ein Kommentar mit 1.400 Likes. Die Antwort lautet Tordifferenz plus erwartete Added Value: Espí liefert auch Vorlagen, Eyong nur Laufwege. Die xG-Statistik (expected goals) bestätigt es: 4,8 erwartete Treffer, nur fünf echte – ein Konversionswert, der unter Liga-Durchschnitt liegt.

Die uhr tickt bis 30. juni
Noch vier Spiele, dann ist Saisonende. Eyong muss liefern, sonst fliegt der Sturm aus Valencia. Sein Berater Jean-Marc Duvochel flog extra nach Spanien, um Gespräche mit Sportchef Sergio Fernández zu führen. Thema: Leihe mit Kaufoption, damit der Spieler Rhythmus sammelt und die Gehaltslast sinkt. Levante zahlt ihm 1,1 Mio. Euro brutto pro Jahr – zu viel für einen Joker, der seit Dezember nicht traf.
Am Sonntag kommt Alavés, Eyong wird wohl wieder nur 15 Minuten erhalten. Die Uhr tickt lauter als der Schiedsrichterpfiff. Ein Tor würde alles verändern – oder zumindest das eigene Selbstbild. Denn eines ist klar: Wer in Melbourne trifft, aber in Valencia versagt, bleibt ein Rätsel. Ein Rätsel, das sich bis Juni lösen muss, sonst löst es der Klub.
