Wembanyama pulveriza récord: 41 punkte in 29 minuten – bulls platt
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt – Mit 8:31 Minuten auf der Uhr stand er schon bei 10 Punkten und 10 Rebounds. Victor Wembanyama hatte die Chicago Bulls nicht einfach geschlagen, er hat sie in der ersten Viertelstunde entzaubert. 129:114 gewannen die San Antonio Spurs, doch die Zahl, die durch die Liga geht, lautet 8:31 – schneller war noch nie ein NBA-Spieler zu einem Double-Double gekommen, nicht einmal in den wilden 70ern.
Der 20-jährige jagt washingtons geist
Jim Washington hielt seit 1970 die Marke, doch der Franzose riss sie mit der Gelassenheit eines Mannes, der die Stopuhr selbst bedient. Nach 29 Minuten war der Abend vorbei: 41 Punkte (13/22 FG, 5/9 Dreier), 16 Rebounds, 4 Assists, 3 Blocks. Die Bulls? Sie wirkten wie ein College-Team, das versehentlich in die Playoffs geraten ist.
Coach Billy Donovan wechselte, stellte um, packt Zone, Man-to-Man, sogar Hack-a-Wemby – nichts fruchtete. „Er trifft aus dem Stand, er trifft über uns, er trifft mit links, mit rechts, mit einem Handtuch vor dem Gesicht“, sagte er später mit leerem Blick. Die Spurs siegten zum neunten Mal in Serie, rutschen auf 57-18 und bleiben hinter Oklahoma City an der zweiten Stelle im Westen.

Castle schrammt an triple-double vorbei
Stephon Castle war der Nebenschauplatz, der fast die Hauptrolle stahl: 21 Punkte, 8 Rebounds, 10 Assists – ein Pass hätte gereicht. Doch selbst er schaute immer wieder nach oben, wo Wembanyama die Defense wie einen Vorhang zuzog. „Wir geben den Ball hoch und wissen: Entweder kriegt er den Korb, oder wir kriegen den Offensiv-Rebound“, sagte Castle. Die Statistik bestätigt: San Antonio holte 16 Offensiv-Boards, Chicago nur 6.
Mitch Johnson, der junge Head Coach, lässt seine Stimme nicht übermüde klingen: „Wir reden nicht mehr über Potential. Wir reden über Taten.“ Und die Taten sind laut: Seit dem All-Star-Break 21 Siege bei 24 Spielen, die beste Defense-Rating der Liga und ein Rookie, der wie ein Veteran agiert.

Thunder bleiben im visier, denver atmet auf
Oklahoma City gewann ebenfalls, doch der Abstand schrumpft auf zwei Siege. Die Spurs haben noch sieben Partien, darunter zwei direkte Duelle gegen die Thunder. Wembanyama schmunzelte nur, als Reporter ihn nach dem MVP-Rennen fragten: „Ich will gewinnen, nicht debattieren.“ Dabei führt er die Defensive Rating-Listen bereits an – als 20-Jähriger.
Für Chicago ist die Saison seit Wochen gelaufen, doch die Niederlage schmerzt trotzdem. Die Franchise verliert zum 13. Mal in Serie in San Antonio und rutscht auf 36-40. Play-In? Nur theoretisch. Die Fans verließen das United Center bereits in der dritten Viertelpause, als Wembanyama seinen vierten Dreier versenkte und die Führung auf 25 Punkte schraubte.
Die Spurs rollen, die Liga schaut gebannt. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch steht das Duell gegen die Clippers an – ein weiterer Test für einen Mann, der Rekorde nicht bricht, sondern pulverisiert. Wenn er so weitermacht, wird die Postseason nicht nur erreicht, sondern neu geschrieben.
