Laimer wird vinicius zerlegen: bayerns piranha wartet auf madrid

Es ist ein Duell, das sich bereits seit Monaten in den Köpfen der Bayern-Fans abspielt: Konrad Laimer gegen Vinicius Junior. Am 7. und 15. April wird sich diese Vorstellung im Viertelfinale der Champions League endlich materialisieren. Und wenn man Maik Franz glauben darf, wird der Brasilianer nach 180 Minuten wie ausgewringen aussehen.

„Der frisst den auf“ – franz prophezeit vinicius-albtraum

Der ehemalige Bundesliga-Verteidiger schwärmt bei Sport1 von einem Match-up, das er schon jetzt als „geil“ bezeichnet – und das ist bei Franz keine leere Phrase. „Der wird dem schön geben. Der wird dem so auf den Sack gehen, immer in seinen Waden hängen“, so der 44-Jährige über Laimer, den er einen „Wadenbeißer“ und „Piranha“ nennt. Diese Worte sind kein Zufall. Sie spiegeln eine taktische Philosophie wider, die Bayern in dieser Saison wiederentdeckt hat: Aggression ohne Ball, gnadenlose Laufarbeit, permanente Körperlichkeit.

Laimer selbst wird das nicht hören wollen. Er hasst es, wenn man ihn zum Spielverderber erklärt. Aber genau das ist seine Superkraft. Sein Sommer-Transfer 2023 von Leipzig war kein Spektakel, keine Ablöse, keine Pressekonferenz mit Vereinsfahnen. Er kam still, unterschrieb, lief 122 Mal seitdem auf – und veränderte das Temperament des Rekordmeisters. Ohne ihn wirkt Bayern manchmal wie ein Sportwagen mit Handbremse. Mit ihm fährt man Vollgas durch die Gegner-pressing.

Das 2:2 vom letzten mal brennt noch nach

Das 2:2 vom letzten mal brennt noch nach

Die Erinnerung an das Halbfinale 2023/24 ist keine schöne. Vinicius erzielte beide Tore, tanzte durch die Bayern-Defensive wie durch ein Slalomtor. Laimer stand damals noch nicht auf seiner Position. Jetzt ist er da. Und er hat eine Rechnung offen. Denn eines darf man nicht vergessen: Beim 1:1 legte er vor. Er war es, der den Ball zurück in die Mitte brachte, als Madrid bereits dachte, die Kontrolle hätte man.

Vier Vorlagen stehen in dieser Saison in der Champions League zu seinem Namen. Kein Bayern-Spieler hat mehr. Das sagt mehr über seinen Einfluss als jede Statistik mit Ballkontakt. Laimer ist der Spieler, der die Räume frisst, bevor sie entstehen. Ein Verteidiger, der wie ein Stürmer denkt – nur dass sein Tor das Bein des Gegners ist.

Real madrid zittert – und das nicht zum ersten mal

Real madrid zittert – und das nicht zum ersten mal

In Spanien spricht man bereits von der „München-Angst“. Nicht ohne Grund. Die letzten K.o.-Duelle gingen an die Königlichen, aber oft mit dem Gefühl, dass Bayern das bessere Team war. Jan-Christian Dreesen formuliert es diplomatisch: „Es wird Zeit, dass es anders wird.“ Dahinter steckt ein ganzer Verein, der die Halbfinal-Serie endlich beenden will. Seit 2014 wartet man auf einen Sieg über Madrid in der K.o.-Phase. 14 Jahre. Eine Ewigkeit in der Kurzlebigkeit des modernen Fußballs.

Vincent Kompany sagt, dass seine Mannschaft „Spieler mit Selbstvertrauen“ braucht. Er meint Laimer. Er meint auch Kane, der nach dem Atalanta-Doppelpack mit dem Satz „Wir fürchten niemanden“ die Stimmung aufkochen ließ. Aber am meisten meint er wohl jenen Spieler, der nicht mit Toren glänzt, sondern mit Beinstellen. Mit einem Laufstil, der an einen Häcksler erinnert. Mit einer Art, das Spiel zu brechen, indem er es zuerst kaputt macht.

Am 7. April wird der Pavillon in der Allianz Arena nicht nur erwartungsvoll sein. Er wird laut sein. Weil alle wissen: Wenn Laimer Vinicius in seine Zange nimmt, dann ist nicht nur ein Spiel entschieden. Dann wird eine ganze Saison neu erzählt. Und dann zählt nur noch ein Satz, den Franz bereits jetzt rausposaunt: „Das wird so geil.“