Engel verpasst achtelfinaleinzug: hamburgs tennis-hoffnung verblasst
Hamburg. Die Enttäuschung stand Justin Engel ins Gesicht geschrieben. Der 18-jährige Tennis-Talent verpasste beim ATP-Turnier in Hamburg den Einzug ins Viertelfinale knapp. Gegen den Weltranglisten-34. Ugo Humbert unterlag er nach einem kämpferischen Match mit 3:6, 6:3, 6:7 (2:7). Ein Jahr nach seinem Sensationssieg gegen Jan-Lennard Struff auf dem gleichen Centre Court blieb ihm der Durchbruch dieses Mal verwehrt.

Ein jahr nach dem durchbruch: die entwicklung stockt
Vor genau einem Jahr sorgte Engel in Hamburg für Furore, als er als 17-Jähriger den erfahrenen Struff bezwang. Dieser Triumph wirkte sich jedoch nicht nachhaltig auf seine Karriere aus. Seine Weltranglistenposition ist auf den 190. Platz gesunken, und die aktuelle Niederlagenserie von sechs Matches in Folge deutet auf eine Phase der Stagnation hin. Es ist zu hoffen, dass Engel diese Durststrecke bald überwinden kann, denn das Potential ist zweifellos vorhanden.
Das Turnier am Rothenbaum präsentierte auch andere deutsche Talente. Max Schönhaus (ebenfalls 18) kämpfte sich durch die Qualifikation, wurde aber in der ersten Runde erst nach drei spannenden Sätzen von Yannick Hanfmann gestoppt. Ein echter Überraschungsmoment gab es, als der Vorjahressieger Flavio Cobolli bereits im ersten Match dem Peruaner Ignacio Buse mit 2:6, 5:7 unterlag. Cobolli, der im April noch das Finale in München erreicht hatte, wirkte angeschlagen und fand nicht zu seinem Spiel.
Die Erfahrung des Gegners Wie so oft im Tennis entschied die Routine des Gegners das Spiel. Humbert ließ sich nicht von Engels Aufschlagstärke beeindrucken und nutzte jede sich bietende Chance, um Druck auszuüben. Der entscheidende Tiebreak war eine klare Angelegenheit für den Franzosen, der seine Nerven besser in den Griff bekam. Engel hingegen wirkte angespannt und leistete sich einige vermeidbare Fehler.
Die Hamburger Tennis-Woche zeigt, dass deutsche Talente zwar aufsteigen, aber noch viel Arbeit vor sich haben, um an die Weltspitze zu gelangen. Engel muss nun analysieren, was schief lief und sich auf die kommenden Herausforderungen vorbereiten. Seine Reise ist noch lange nicht zu Ende – aber der Weg nach oben ist steinig.
