Energie cottbus: aufstiegsträume und stadion-debatte heizen die stadt an
Cottbus fiebert. Nur noch wenige Partien trennen den FC Energie von einem möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga, und die Erwartungen in der Stadt sind enorm. Doch neben dem sportlichen Triumph lastet weiterhin die Frage nach dem maroden Stadion, das den Aufstiegspotenzial des Vereins spürbar einschränkt.
Die hoffnung auf höhere einnahmen und touristischen schub
Ein Aufstieg in die Zweite Liga wäre für Energie Cottbus nicht nur sportlich ein Riesensprung, sondern hätte auch erhebliche finanzielle Konsequenzen. Präsident Sebastian Lemke spricht offen über die deutlich höheren Einnahmen durch Fernsehgelder – ein Unterschied von Millionenbeträgen, der dem Verein neue Perspektiven eröffnen würde. „Es liegen Welten zwischen einer Million und einem zweistelligen Betrag in der Fernsehvermarktung“, so Lemke gegenüber dem rbb.
Doch die positiven Auswirkungen würden sich nicht nur auf den Verein beschränken. Susann Budras, Geschäftsbereichsleiterin der Cottbuser Industrie- und Handelskammer, sieht im Aufstieg auch einen enormen Schub für die regionale Wirtschaft und den Tourismus. „Ein Aufstieg in die zweite Liga hat viele Effekte nach draußen“, betont sie. „Nicht nur für die Wirtschaft, auch für die Lausitz hätte das bedeutende Effekte.“
Die IHK erwartet eine gesteigerte Aufmerksamkeit für Cottbus und die Lausitz, die wiederum zu mehr Besuchern und Einnahmen führen könnte. Das Image der Stadt als Sportregion würde gestärkt, und neue Möglichkeiten für Veranstaltungen und Investitionen könnten entstehen. Es ist ein Teufelskreis: Der sportliche Erfolg beflügelt die Wirtschaft, und die Wirtschaft wiederum unterstützt den Sport.

Das stadion-dilemma: ein stolperstein auf dem weg nach oben
Doch der Traum von der Zweitklassigkeit wird durch die desolate Bausubstanz des Cottbuser Stadions getrübt. Es fehlen dringend Modernisierungen, um den Anforderungen der 2. Bundesliga gerecht zu werden. Ein funktionierendes Flutlichtsystem, überdachte Zuschauerränge und ausreichend Parkplätze sind nur einige der Defizite, die es zu beheben gilt.
Die Stadt und der Verein ringen seit Jahren um eine Lösung, doch die Gespräche verlaufen zäh. Während das Land bereits im Februar 2025 rund 2,5 Millionen Euro für die Modernisierungen in Aussicht gestellt hatte, zögerten sich die politischen Entscheidungen lange hin. Nun scheint Bewegung in die Sache gekommen zu sein, aber die Zeit drängt.
Oberbürgermeister Tobias Schick deutet bereits einen möglichen Neubau an, doch das ist ein langfristiges Projekt, das den unmittelbaren Aufstieg nicht unterstützt. „Das große Thema ist irgendwann mal ein Neubau eines Stadions“, so Schick gegenüber dem rbb. „In der Übergangsphase werden wir uns mit dem Vorhandenen arrangieren müssen.“
Die Frage ist, ob die Politik und der Verein rechtzeitig zu einer tragfähigen Lösung gelangen, um den Aufstiegsambitionen von Energie Cottbus nicht im Wege zu stehen. Denn eines ist klar: Ohne ein adäquates Stadion wird der Traum von der Zweitklassigkeit für Cottbus ausbleiben.
Die nächsten Wochen werden entscheidend sein. Nicht nur für die Spieler auf dem Platz, sondern auch für die Verantwortlichen hinter den Kulissen, die alles daran setzen müssen, die Rahmenbedingungen für einen möglichen Aufstieg zu schaffen. Der Aufstieg ist mehr als nur Fußball – er ist ein Hoffnungsträger für eine ganze Region.
