Italienischer tennis-boss fordert fünften grand slam – monopol soll gesprengt werden!

Ein Erdbeben im Tennis? Angelo Binaghi, der Präsident des italienischen Tennisverbands FITP, schlägt eine radikale Neuerung vor: einen fünften Grand Slam in Italien. Sein Ziel: das seit Jahrzehnten unveränderte System der vier Major-Turniere aufzubrechen und die Dominanz von wenigen Nationen zu brechen.

Die kritik am bestehenden system

Binaghi lässt wenig Zweifel an seiner Meinung: Das aktuelle System sei ein „Skandal“ und ein „großes Handicap“ für den Tennissport. Er kritisiert, dass vier Länder – namentlich nicht genannt, aber vermutlich die Gastgeber der bestehenden Grand Slams – aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten eine unangemessene Vormachtstellung innehaben. „Es gibt kein leistungsorientiertes System, sondern eines, das diejenigen schützt, die nicht so viel für den Tennissport tun, wie sie könnten“, so Binaghi in einem Interview.

Die Idee eines zusätzlichen Grand Slams ist zwar nicht neu, doch die Vehemenz, mit der Binaghi sein Anliegen vorträgt, ist bemerkenswert. Bereits in der Vergangenheit gab es Spekulationen über mögliche Standorte wie Indian Wells oder Madrid, konkrete Schritte wurden jedoch nie unternommen. Binaghi hingegen zeigt sich bereit, das neue Turnier „überall in Italien und auf jedem Belag“ auszurichten.

Rom als standort? eher nicht

Rom als standort? eher nicht

Obwohl Rom als Austragungsort für das Masters aktuell gilt, schließt Binaghi diesen aus. Der Grund: die hohen Kosten. „Es ist der schönste Ort der Welt, um Tennis zu spielen, aber es verursacht einen Berg an zusätzlichen Kosten“, erklärt er. Jede Konstruktion abseits des Centre Courts müsse aufgebaut und wieder abgebaut werden, was das Budget stark belastet. Eine flexible Lösung, die den hohen finanziellen Anforderungen gerecht wird, scheint daher Priorität zu haben.

Die Forderung nach Veränderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Tennissport international immer stärker um Aufmerksamkeit und Investitionen konkurriert. Binaghi scheint sich bewusst zu sein, dass ein frischer Wind benötigt wird, um die Faszination des Sports zu erhalten und neue Märkte zu erschließen. Es bleibt abzuwarten, ob seine Initiative auf breite Unterstützung stoßen wird oder ob das etablierte System seinen Widerstand leisten wird. Die kommenden Monate werden zeigen, ob Binagis Vision von einem fünften Grand Slam tatsächlich Realität werden kann.

Die SPORT1-Meldung unterstreicht die Brisanz der Situation und die potenziellen Auswirkungen auf die Zukunft des professionellen Tennissports. Die Diskussion um eine gerechtere Verteilung von Ressourcen und Chancen im Tennis hat damit eine neue, unerwartet laute Stimme gefunden.