Endrick: von der bank ins rampenlicht – fonseca gibt die zügel in die hand!
Lyon – Paulo Fonseca, der Trainer von Olympique Lyon, schien sich zu ärgern. Seine Worte nach dem müden 0:0 gegen Angers hallten wider: Endrick, der brasilianische Youngster, müsse mehr geben. Ein öffentlicher Seitenhieb, der den Angreifer zunächst auf die Bank verbannt. Doch das Blatt sollte sich wenden, und Endrick bewies, dass er mehr als nur ein Talent ist.

Die reaktion, die fonseca sich erhoffte
Die ersten neunzig Minuten gegen Angers waren von Enttäuschung geprägt. Lyon präsentierte sich ohne Durchschlagskraft, und Fonseca reagierte zur Pause mit einem Dreifachwechsel: Tolisso, Mangala und Endrick kamen ins Spiel. Dieser Schritt sollte sich als genial erweisen. Endrick wirbelte die Offensive auf, und nur vier Minuten nach seiner Einwechslung brachte er Lyon mit einem präzisen Kopfball nach einer langen Flanke von Tolisso in Führung. Ein Moment, der die gesamte Dynamik des Spiels veränderte.
Doch damit nicht genug. Nur wenige Augenblicke später legte Endrick mit einer cleveren Vorlage den zweiten Treffer von Tolisso auf, erneut per Kopf. Seine Leistung war schlichtweg herausragend, eine Antwort auf die Kritik und ein Beweis seines Potenzials. Fonseca selbst räumte ein, dass die Maßnahme gewirkt habe: „Als Trainer müssen wir Strategien finden, um Reaktionen von Spielern zu erzwingen. Und das ist mir hier gelungen.“
Die Leistung von Endrick wirft ein interessantes Licht auf seine bisherige Zeit in Lyon. Obwohl er seit über zwei Monaten in der Ligue 1 nicht mehr selbst getroffen hat (seit seinem „Hat-Trick“ gegen Metz am 25. Januar), beteiligt er sich konstant am Spielgeschehen. In lediglich 1.232 Minuten auf dem Platz erzielte er sechs Tore und bereitete ebenso viele vor – ein Torbeteiligung im Schnitt alle 102 Minuten. Eine beeindruckende Quote für einen Spieler, der erst 19 Jahre alt ist.
Dominik Greif, sein Teamkollege, sieht die Sache pragmatisch: „Endrick ist ein großartiger, talentierter Spieler. Manchmal vergisst man, dass er erst 19 ist. Er ist ein Junge. Die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, waren vielleicht von Anfang an unfair.“ Auch Orel Mangala lobte die Reaktion des jungen Brasilianers: „Er hat bewiesen, dass er über die nötigen Qualitäten verfügt. Es geht jetzt darum, dass er reift, lernt, wann er riskieren und wann er einfach spielen muss.“
Es bleibt abzuwarten, ob Endrick diese Entwicklung durchhalten kann. Doch eines ist klar: Sein Auftritt gegen Angers war ein Signal. Ein Signal an Fonseca, an das Team und an die Fans. Er ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und zum Erfolg von Lyon beizutragen. Und das, obwohl er noch ein Kind ist, das lernt, mit dem Druck des Profifußballs umzugehen.
