Em-qualifikation: nur fünf teams noch ohne niederlage

Nach dem dritten Spieltag der Handball-EM-Qualifikation der Frauen wird das Feld langsam überschaubarer. Nur noch fünf Mannschaften sind ohne Punktverlust unterwegs – und die Partien, die das Bild dieser Runde prägen, haben es in sich. Historische Siege, Torjägerinnen in Hochform und ein Ergebnis, das niemand so erwartet hatte.

Belgiens historischer moment – smits liefert das drehbuch

Das Ergebnis des Spieltags kommt aus Gruppe 3: Belgien bezwang Nordmazedonien mit 26:25 – ein Heimsieg, der in die Geschichtsbücher eingeht. Möglich gemacht hat ihn vor allem Munia Smits, die mit 11 Treffern schlicht überragend war. Elf Tore in einem Spiel, das bis zum Schluss auf der Kippe stand. Das ist keine Statistik, das ist eine Willensleistung.

Deutschland führt souverän – döll und stanko teilen sich die schlagzeile

Deutschland führt souverän – döll und stanko teilen sich die schlagzeile

Gruppe 3 gehört derzeit Deutschland. Der 30:22-Auswärtssieg in Slowenien war konzentriert, kontrolliert, professionell. Tjasa Stanko und Antje Döll erzielten jeweils sieben Tore – eine Doppelspitze, die funktioniert. Die Tabelle spricht eine klare Sprache: Deutschland vorne, alle anderen dahinter.

Frankreich schlägt kroatien trotz ausfällen deutlich

Trotz mehrerer verletzungsbedingter Ausfälle ließ Frankreich in Gruppe 1 keine Zweifel aufkommen. 30:19 gegen Kroatien – das ist kein knapper Erfolg, das ist eine Machtdemonstration. Sarah Bouktit traf siebenmal, die Torhüterinnen Camille Depuiset und Hatadou Sako kamen auf je sieben Paraden. Weltklassequoten. Auf der anderen Seite kämpfte Dejana Milosavljevic mit acht Toren nahezu im Alleingang – zu wenig, um die französische Maschinerie zu stoppen.

Niederlande demontiert die schweiz, montenegro stolpert

In Gruppe 2 hat die Niederlande unmissverständlich klargemacht, wo sie steht: 39:21 gegen die Schweiz auswärts. Achtzehn Tore Differenz. Das ist keine Niederlage, das ist eine Lektion. Bosnien-Herzegowina dagegen holte im Kellerduell gegen Italien mit 28:25 die ersten Punkte der Kampagne – für dieses Team ein Befreiungsschlag.

In Gruppe 4 ist es Montenegro, das die Überraschung des Abends kassiert. Islands Elin Klara Thorkelsdottir warf zwölf Tore und führte ihr Team zum 28:27-Auswärtssieg. Auf der Gegenseite hatte Djurdjina Jaukovic ebenfalls zwölf Treffer – und verlor trotzdem. Armelle Attingre zeigte mit 13 Paraden im Tor was sie kann, aber es reichte nicht. Die Färöer bezwangen Portugal mit 25:21 und stehen nun ebenfalls bei vier Punkten.

Schweden und spanien – die anderen maßstäbe

Gruppe 5 gehört Schweden. Drei Spiele, drei Siege, Tabellenführung. Der 29:26-Erfolg in Serbien war alles andere als einfach – Serbiens Katarina Krpez-Slezak war mit zwölf Toren die beste Spielerin auf dem Feld, und auch Nathalie Hagman (7 Tore) zeigte für die Tre Kronor, dass Linkshänderinnen an der Außenposition Gold wert sind. Die Ukraine sammelte mit einem knappen 30:29 über Litauen die ersten Pluspunkte der Kampagne.

In Gruppe 6 kassierte Österreich die erste Niederlage der Qualifikation: 24:29 gegen das weiterhin makellose Spanien. Ines Ivancok-Soltic traf siebenmal für Rot-Weiß-Rot, genauso oft wie Spaniens Spielmacherin Danila So Delgado – nur dass die Spanierinnen eben eine ganze Mannschaft dahinter hatten. Die Duelle zwischen Israel und Griechenland wurden aufgrund der Lage im Nahen Osten abgesagt.

Fünf Teams ohne Niederlage, ein historischer Belgien-Sieg und Smits mit elf Toren als Gesicht des Spieltags: Diese Qualifikation entwickelt ihre eigenen Geschichten – und die spannendsten Kapitel sind noch nicht geschrieben.