Embacher stürzt, prevc zittert: skiflug-thriller in planica steht auf messers schneide

Die Königsdisziplin will ihren König nicht gehen lassen. Domen Prevc, Goldjunge der Saison, muss sich beim Finale in Planica ausgerechnet dem Österreicher Stephan Embacher geschlagen geben – und das nur, weil er in Vikersund Platz fünf wurde. 15 Punkte Rückstand. Zwei Springen. 200 Punkte zu vergeben. Die Kugel ist noch nicht versenkt.

Embachers hüfte pocht, prevc wirft weltrekord an

Der 20-jährige Steirer flog gestern 230 m, spürte sofort das Ziehen in Leiste und Hüfte. „Sau unnötig“, sagt er, aber er lächelt trotzdem, denn er führt. Prevc antwortet mit 234,5 m – längster Sprung des Tages – und trotzdem steht er in der Mini-Wertung zweiter. Der slowenische Superstar, der vor einem Jahr hier 254,5 m weit sprang und den Weltrekord hält, muss nun zusehen, wie ein anderer die kleine, aber feine Kristallkugel an sich reißen könnte.

Die Rechnung ist simpel: Lanisek gewann die Heim-Quali, Prevc war 0,6 Punkte vor Embacher. Theoretisch könnten Forfang, Naito oder Wellinger noch ein Wörtchen mitreden, praktisch fahren die zwei Jungstars auf einer eigenen Spur. Die Frage ist nur, ob Embachers Hüfte die Schmerzen wegsteckt – und ob Prevc die Nerven behält.

Historie wartet auf den perfekten schlussakt

Historie wartet auf den perfekten schlussakt

Noch nie gewann ein Springer in einer Saison Olympia, Vierschanzentournee, Skiflug-WM und die große und die kleine Weltcupkugel. Prevc steht vor dem Unmöglichen. Embacher steht vor seinem ersten großen Titel. Die Letalnica ist bereit, die Fans sind bereit, die Athleten auch. Wer am Sonntagabend die Kugel stemmt, wird in Slowenien oder Österreich die Nacht nicht schlafen – und der Rest der Skisprung-Welt wird miterleben, wie eine Saison endet, die so dominant war, dass sie schon jetzt legendär ist.