Elias baum: vom shootingstar zum bankdrücker – wie frankfurt ein top-talent verspielt
Nur zwölf Minuten Bundesliga-Luft hat Elias Baum in dieser Saison geschnappt. Ein Satz, der bei Verbandsfunktionären in der Mainmetropole kalte Schweißperlen auf die Stirn treibt – schließlich stand der 21-Jährige im Vorjahr als bester Außenverteidiger der 2. Liga auf der Bildfläche.
Die Zahlen aus Elversberg sprechen eine klare Sprache: drei Treffer, sieben Vorlagen, 85% gewonnene Duelle. In Frankfurt hingegen ist Baum zum Phantom geworden. Albert Riera setzt auf Nathaniel Brown als überragenden Libero und Nnamdi Collins als robuste Rückendeckung. Baums offensives Profil passt nicht ins Raster.

Muskelzerrung, kreuzband, bank – eine verletzung jagt die nächste
Die Saison begann mit einem Tiefschlag: Dino Toppmöller ließ ihn links liegen. Als im Oktober die U-21 anklopfte, riss es Baum die Wade. Kurz vor Weihnachten folgte die Innenband-Attacke – in seinem ersten Ligaeinsatz. Seitdem ist der Rasen für ihn verbotenes Terrain.
Intern heißt es, Baums Training sei ordentlich, aber Riera verschließt die Türen. Journalisten sehen maximal Aufwärmprogramme. Die Befürchtung: Der Trainer will keine Diskussion über eine Systemumstellung. Seine 3-2-5-Formation funktioniert ohne klassischen Außenverteidiger.
Die Folge ist ein lahmer Offensivflügel. Am Millerntor stand Jonathan Burkardt im Luftleeren Raum, weil Flügel wie Kalimuendo und Bahoya keine Anbindung fanden. Ein halblater Verdy-Mann wie Baum wäre möglicherweise der Schlüssel gewesen – bleibt aber ein Gutachten für die Zukunft.
Die Leihe nach Elversberg war ein Glücksfall, weil sie Baums Marktwert auf 3,5 Millionen Euro trieb. Läuft es so weiter, wird er im Sommer billiger weggehen müssen. Für einen Klub, der sich sonst gern als Talentschmiede inszeniert, wäre das ein Armutszeugnis.
Klaus Schäfer, TSV Pelkum Sportwelt
