Elektroauto-brände: verdoppeln sich die risiken in großbritannien?
Im Vereinigten Königreich mehren sich die Sorgen um die Sicherheit von Elektrofahrzeugen. Die Zahl der Brände, die durch Lithium-Ionen-Batterien ausgelöst werden, hat sich in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt und könnte 2026 die Marke von 2.000 Fällen überschreiten. Eine erschreckende Entwicklung, die die Diskussion um die Sicherheit und Zuverlässigkeit von E-Mobilität neu entfacht.
Ein besorgniserregender trend
Aktuelle Daten des globalen Versicherungsunternehmens QBE zeigen einen deutlichen Anstieg der Lithium-Batteriebrände im Vereinigten Königreich. Während 2022 noch 713 Brände verzeichnet wurden, stieg die Zahl im Jahr 2023 auf 1.138, 2024 auf 1.456 und 2025 auf 1.760. Experten prognostizieren, dass 2026 sogar die 2.000er-Marke überschritten werden könnte. Das entspricht einer Zunahme von mehr als dem zweieinhalb-fachen innerhalb von nur drei Jahren – von durchschnittlich zwei Bränden pro Tag zu fast fünf pro Tag.
Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: Obwohl die Zahl der Brände steigt, wächst auch die Zahl der Elektrofahrzeuge auf britischen Straßen. Im Zeitraum von 2022 bis 2025 stieg die Anzahl der Elektroautos von 664.000 auf fast zwei Millionen – ein Anstieg um 206 Prozent. Im Vergleich dazu stieg die Zahl der Batteriebrände lediglich um 133 Prozent. Das bedeutet, dass die Inzidenz, also die Häufigkeit von Bränden pro Fahrzeug, tendenziell sinkt. Im Jahr 2022 betrug sie noch 16,8 Prozent aller Lithium-Batteriebrände, im Jahr 2025 bereits nur noch 15,9 Prozent.

E-bikes als achillesferse
Während die Daten bei Elektroautos relativ beruhigend sind, gibt es bei E-Bikes eine besorgniserregende Entwicklung. Im Jahr 2025 waren 520 E-Bike-Brände verzeichnet, ein Anstieg von fast 250 Prozent gegenüber 2022. Fast ein Drittel aller Lithium-Ionen-Batteriebrände im letzten Jahr waren auf E-Bikes zurückzuführen. Ein wesentlicher Faktor scheint hierbei die Qualität der Batterien und Komponenten zu sein. Viele der verbrannten E-Bikes wiesen Manipulationen oder minderwertige Teile auf. Experten raten daher dringend dazu, ausschließlich zertifizierte E-Bikes und Batterien zu verwenden.
Ein Sprecher von QBE betonte, dass das richtige Laden, die Lagerung und die Entsorgung von Batterien entscheidend für die Sicherheit sind. Die wachsende Akzeptanz von Elektrofahrzeugen geht Hand in Hand mit einem steigenden Bewusstsein der Käufer für sichere Nutzungspraktiken.
Die steigende Zahl von Bränden, insbesondere bei E-Bikes, fordert eine verstärkte Aufklärung und Qualitätskontrolle. Nur so kann das Vertrauen in die E-Mobilität langfristig erhalten bleiben. Der Fokus sollte nun auf der Verbesserung der Batterietechnologie und der Sensibilisierung der Nutzer liegen – denn die Zukunft der Elektromobilität hängt davon ab.
